Digitalisierung in der Stiftung Haus Oberschlesien

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Hösel. Das Thema Digitalisierung wurde allgemein durch die Corona-Pandemie beschleunigt. Das merkt man. Überall werden digitale Angebote quasi aus dem Boden gestampft. Auch für die Stiftung Haus Oberschlesien und das Oberschlesische Landesmuseum ist das Thema Digitalisierung hoch angesetzt. Bei ihrer Vorstellung hat die designierte Museumsdirektorin Andrea Perlt gerade diesem Bereich hohe Priorität eingeräumt. Die Arbeiten haben aber längst begonnen.

Ein Beispielprojekt ist die Digitalisierung des „Oberschlesischen Jahrbuchs“. Einst als wissenschaftliches Flaggschiff der Stiftung, wurde es zwischen 1985 und 2008 herausgegeben. Nach der Beendigung der Förderung der Stiftung durch den Bund hatte der damalige Direktor diese bis heute beliebte – und sogar bei polnischen Partnerinstitutionen geachtete – Reihe aus Kostengründen eingestellt. Bislang lagen die 6.829 Seiten, verteilt auf 19 Bände, lediglich in Papierform vor. „Um die fast schon in Vergessenheit geratene Reihe nicht im Dunkel der Geschichte verschwinden zu lassen, hat Marton Szigeti, der die Papierdigitalisierung in unserem Hause erstmals einführte, sich der Sache im letzten Jahr angenommen“, erklärt Stiftungsvorstandschef Sebastian Wladarz. So habe er Band für band, Seite für Seite durch den Scanner „gejagt“.

Das alleine reicht aber freilich nicht aus. „Ein Scan ist nur die halbe Miete. Ohne eine Veröffentlichungsplattform ist das Ziel einen Leserservice bieten zu wollen nicht erreicht“, sagt Marton Szigeti, der früher als Redakteur für namhafte bundesweite Fachmagazine tätig war.  Daher habe man sich mit Kollegen einer anderen nach § 96 Bundesvertriebenengesetz geförderten Institution zusammengetan. „Nach mehreren Gesprächen mit unserem  Kollegen Arkadiusz Danszczyk von der Martin-Opitz-Bibliothek (MOB) in Herne, war schnell klar, dass dort die notwendige Infrastruktur zur Online-Veröffentlichung unserer Inhalte bestand“, freut sich Szigeti. Nachdem einige Gigabyte an Daten transferiert wurden, haben sich die Kollegen der MOB an die OCR-Erkennung gemacht, die erstmals die Jahrbücher der Stiftung inhaltlich durchsuchbar macht. Kürzlich erfolgte dann die Freischaltung. Ergebnis: Durch die Zusammenarbeit zweier befreundeter Institutionen wurden die Oberschlesischen Jahrbücher nun digital für Wissenschaft, Forschung und auch die (Fach)Leserschaft erschlossen. Sie können nun über die Homepage der Martin-Opitz-Bibliothek, Suchmaske: Oberschlesisches Jahrbuch oder einfach nur den Schlüssel 0467246 abgerufen werden (www.martin-opitz-bibliothek.de). „Diese Kooperation zeigt, wie wichtig es ist, Netzwerke zu nutzen, um die Kompetenzen der einzelnen Institutionen sinnvoll zu nutzen. Diese Netzwerke und Kooperationen wollen wir in Zukunft weiter ausbauen“,  zeigt Sebastian Wladarz den Weg für die Zukunft auf.

Marton Szigeti mit den Oberschlesischen Jahrbüchern (Foto: privat)

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