„Die lebenden Toten“ kommen ins Schauspiel

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Essen. Im Mittelpunkt von Christian Lollikes Theaterstück „Die lebenden Toten oder: Monsters of Reality“, das am Samstag, 4. März, 19 Uhr in der Casa des Schauspiels Essen Premiere feiern wird, stehen drei Schauspieler, die sich anschicken, den Zombie-Film für die Festung Europa zu drehen und dabei an die Grenzen der Darstellbarkeit gelangen. Der Eintritt kostet 19 Euro. Weitere Vorstellungen sind am 11. und 22. März und am 8. April, jeweils 19 Uhr.

Wie soll man auch Empathie erzeugen für eine Horde lebender Toter, wo uns doch die Krisen in unseren Liebesbeziehungen mehr Gefühl abzuringen vermögen als jede sogenannte „Flüchtlingskrise“? Dass der Ton dieses Stückes bisweilen zynisch erscheint, dürfte kaum verwundern, allerdings bleibt Lollikes Text stets am Kern dieses ganz Europa umspannenden Themas und führt quasi nebenbei eindrücklich vor Augen, wie AfD, Pegida und andere sogenannte „besorgte Bürger“ auf der Klaviatur der Angst ihre eigene „Symphonie des Grauens“ spielen.

Sie kommen, die lebenden Toten. Doch diesmal kommen sie nicht, um uns das Fleisch von den Knochen zu nagen, diesmal kommen sie, um sich die Grundlagen unserer Gesellschaft einzuverleiben. Sie treibt der Hunger nach Wohlstand, Demokratie, Freiheit und Sicherheit. Dieses hungrige und alles verschlingende Zombieheer, das auf die Küsten Europas zusteuert, lässt sich von nichts aufhalten. Nicht von Krieg, Seenot, Meerestieren, herzlosen Schmugglern oder EU-Grenzwachen.

Die Inszenierung von „Die lebenden Toten oder: Monsters of Reality“ am Schauspiel Essen übernimmt Jörg Buttgereit. Der 1963 geborene Regisseur, Autor und Filmkritiker produzierte Anfang der 80er Jahre Low-Budget-Filme wie „Nekromantik“ (1987) und „Der Todesking“ (1989), die dem Horror-, Trash- und Kunstfilm zugeordnet werden. Außerdem schrieb und realisierte er zahlreiche Hörspiele für den WDR. Als Theaterregisseur setzte er 2005 das Ramones-Musical „Gabba Gabba Hey!“ sowie 2007 „Captain Berlin vs. Hitler“ in Berlin um und inszenierte am Theater Dortmund „Der Elefantenmensch“ (2013), „Nosferatu lebt!“ (2014) und „Besessen“ (2015).

Kartenvorverkauf: Telefon 0201/81 22-200 oder online unter www.schauspiel-essen.de

Foto: sputnic – visual arts

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