Die dritte Haut :: Der Fall Simon

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Düsseldorf. „Die dritte Haut :: Der Fall Simon“ ist eine szenische Installation für jeden Zuschauer. Die Theaterentwürfe des Trios Bernhard Mikeska, Lothar Kittstein und Alexandra Althoff (RAUM+ZEIT) betreiben ein aufregendes Spiel mit der Logik eines konsistenten Raum-Zeit-Kontinuums und der inneren Welt der Wahrnehmung. Ihre neueste Arbeit entwickeln sie für das Dreischeibenhaus. Der Zuschauer betritt dort allein eine Installation, in der er den Schauspielern sehr nahe kommt. Deshalb gelten für den Vorstellungsbesuch besondere Regeln: Zwischen 17:36 und 21:48 startet die Vorstellung alle zwölf Minuten für je einen Zuschauer. Die Vorstellungsdauer beträgt etwa 1 ¼ Stunden. Beim Kauf einer Karte entscheidet man sich definitiv für eine bestimmte Uhrzeit.

Der als schrullig verschriene 70-jährige Multimillionär Simon logiert auf einem einfachen Matratzenlager in seinem Haus an der Kö. Nach dem Krieg notdürftig wiederaufgebaut, wirkt dieses wie ein Anstoß erregender Makel – und weckt zugleich ungeheure Begehrlichkeiten. Simon spielt mit der Gier der Interessenten, doch Vertrauten bekennt er: „Ich verkaufe nie.“

Im Juli 1991 scheint er plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. In der Stadt verbreiten sich Gerüchte: Simon sei nach dem Verkauf in die Berge verschwunden. Der neue Besitzer ist eine schillernde Gestalt der Düsseldorfer Geldszene. Bald stellt sich heraus, die Unterschriften Simons unter den Verkaufspapieren sind gefälscht. Die Anklage der ehrgeizigen Staatsanwaltschaft lautet auf Mord. Aber es gibt keine Leiche, keine Blutspur. Nicht einmal dass der „Ermordete“ noch lebt, ist auszuschließen. Laut Arztberichten erkrankt der Angeklagte in der Haft psychisch. Das Mordverfahren wird 2002 eingestellt. Fast zeitgleich wird die Todeserklärung Simons rechtskräftig.

Mit: Tabea Bettin, Andreas Grothgar, Konstantin Lindhorst, Rainer Phi lippi — Regie: Bernhard Mikeska — Konzept: Alexandra Althoff, Lothar Kittstein, Bernhard Mikeska — Text: Lothar Kittstein — Dramaturgie: Alexandra Althoff — Raum: Bernhard Mikeska, Alexandra Althoff — Kostüm: Almut Eppinger — Sound Design: Knut Jensen

Foto: Thomas Rabsch

 

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