Deutsch-Afghanisches Wirtschaftsforum in Essen

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Essen. Die Deutsch-Afghanische Gesellschaft (DAGeV) mit Sitz in Kabul, Masar-e Scharif, Berlin und Hauptsitz in Essen zieht eine positive Bilanz des zweiten Deutsch-Afghanischen Wirtschaftsforums (DAWF) in der vergangenen Woche. Manager und Geschäftsführer deutscher wie afghanischer Wirtschaftsunternehmen und ebenso Vertreter von Wirtschaftsverbänden und aus der Politik beider Länder sind auch in diesem Jahr nach Essen gereist, um der Konferenz in der Messe Essen beizuwohnen. Schwerpunkte der von Professor Stefan Heinemann, Prorektor der FOM – Hochschule für Oekonomie und Management, moderierten Konferenz sind die Themen Energie, Bergbau, Public Private Partnership (PPP), Bildung und Ingenieursdienstleistungen. Zu den Teilnehmern zählen unter anderem Manager der DMT Group, der Bfz-Essen GmbH, der EnergieAgentur.NRW, wie ebenfalls der namhafte afghanische Großunternehmer Ismail Ghazanfar, CGeschäftsführer der Ghazanfar Group, der eine Vielzahl seiner Projekte in Afghanistan mit deutschem Fachwissen verknüpfen möchte. „Wir wollen die menschlichen, kulturellen und Verbindungen zwischen Deutschen und Afghanen festigen und weiterentwickeln. Denn das Miteinander – vor allem menschlich, aber auch wirtschaftlich – verleiht Antrieb und spendet Hoffnung. Und nur mit Hoffnung gibt es auch eine Zukunft“, betont DAGeV-Präsident Elias Omar in seiner Eröffnungsrede.

Wie Deutschland im Herzen Europas sei Afghanistan eine Brücke zwischen Ost und West in Asien. Es gehe um strategisches Miteinander, beidseitig wohlgemerkt, verdeutlicht Omar: „So wie die afghanische Republik von dem deutschen Know-How und deutscher Ingenieurskraft profitiert, profitiert die Bundesrepublik ebenso von der Erschließung neuer Absatzmärkte. Eine Win-win-Situation entsteht.“ Die DAGeV habe sich zum Ziel gesetzt, als vermittelndes Bindeglied zwischen der deutschen und der afghanischen Wirtschaft zu fungieren. Omar: „Dabei ist es uns auch ein besonderes Anliegen, das Bild Afghanistans in den deutschen Medien mehr Tiefenschärfe zu verleihen.“ Afghanistan habe so viel mehr zu bieten – allem voran die harte Arbeit an einer neuen Zukunft. „Die Bemühungen der Menschen vor Ort wie auch das Engagement der Menschen aus dem Ausland und die Fortschritte, die das Land macht, kommen leider medial viel zu kurz“, beklagt Elias Omar.

Die Konferenz steht ganz im Zeichen der Anerkennung der Leistung und Arbeit von Ralf Schönfeldt, Mitbegründer und Vizepräsident der DAGeV, der vor wenigen Wochen im Alter von nur 49 Jahren überraschend verstorben ist. „Ralf war eine wichtige Säule und eine treibende Kraft der Deutsch-Afghanischen Gesellschaft. Mit seiner Energie, seiner Kreativität und seinem schier unermüdlichen Tatendrang wird er uns fehlen. Sein Tod hinterlässt nicht nur eine Lücke in unserer Arbeit. Er hinterlässt auch eine Lücke in unseren Herzen“, betont DAGeV-Präsident Elais Omar in seiner Eröffnungsansprache. Die Konferenz gedenkt Ralf Schönfeldt und ebenso mit einer Schweigeminute den Opfern die jüngsten Sprengstoffanschläge in der afghanischen Hauptstadt Kabul, bei denen mindestens 25 Menschen getötet und 49 schwer verletzt worden sind. „Einer dieser furchtbaren Anschläge galt gezielt Journalisten, jungen Reportern, die informieren wollten über den Alltag in Afghanistan. Wir gedenken ihnen, denn junge Menschen wie sie sind die Zukunft unseres Landes. Und sie sind unermüdlich – sei es in den Medien, der Wissenschaft oder der Wirtschaft – unser Land wiederaufzubauen“, betont Prof. Dr. Abdul Rahman Ashraf, Botschafter a.D. der Islamischen Republik Afghanistan in Berlin.
 
„Die bereits zweite Auflage des Deutsch-Afghanischen Wirtschaftsforums in Essen erfüllt mich, als Sonderbeauftragten der Bundesrepublik für Afghanistan, mit großer Freude. Das Forum ist ein wichtiger Schritt, die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Afghanistan und Deutschland zu stärken und so zur Stabilisierung Afghanistans beizutragen“, betont Oliver Owcza, Leiter des Länderreferats Afghanistan und Pakistan, in seinem Grußwort. Der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen im deutsch-afghanischen Verhältnis verdiene einen hohen Stellenwert. Owcza: „Dabei können beide Länder auf ihre über hundertjährige Freundschaft und ihr gemeinsames Potenzial setzen. Wirtschaft und Handel zählen zu den Kernkompetenzen Deutschlands in seinen internationalen Beziehungen. Und auch für Afghanistan spielt der Handel, aufgrund seiner zentralen Lage als Drehscheibe zwischen den Kultur- und Wirtschaftsräumen Vorder-, Zentral- und Südasiens, traditionell eine herausragende Rolle.“ In der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit der Bundesrepublik bildeten Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung seit langem einen Schwerpunkt. So unterstützt die Bundesregierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel Afghanistan beim Aufbau der Infrastruktur, bei der Entwicklung des Finanzsystems, in der Landwirtschaft, der Berufsbildung oder auch beim Aufbau von IT-Expertise.

Foto: Christoph Bubbe

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