Denkmaltag: Jonges laden ein in Dicken Turm

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Ratingen. Dreieinhalb Meter Mauerstärke, 11,7 Meter Durchmesser, mehr als 550 Jahre alt: Der Dicke Turm ist eines der imposantesten Wahrzeichen Ratingens. Der alte Wehrturm an der Turmstraße kann am Sonntag, 9. September, von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden. Anlass ist der bundesweite „Tag des offenen Denkmals“, der diesmal unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“ steht. Der Heimatverein Ratinger Jonges öffnet dazu die Tür zum Dicken Turm und bietet Führungen durch das steinalte Gemäuer an.

Der mächtigste Wehrturm der Ratinger Stadtbefestigung wurde um 1460 als „der grote torn“ und 1464 als „der dicke torn“ erwähnt. Dass der Dicke Turm an der Turmstraße heute noch erhalten ist, ist eigentlich einem Glücksfall zu verdanken: 1901 hatte die Stadt den Abriss des Turms beantragt, weil er in die Bauflucht der Turmstraße vorsprang und als Verkehrshindernis beim Ausbau der Straße  betrachtet wurde. Provinzialkonservator Paul Clemen, der Landrat und die Regierung in Düsseldorf wehrten sich gegen die Abrisspläne, während 43 Ratinger Bürger mit ihren Unterschriften für die Beseitigung des historischen Relikts plädierten.

Mehr als 100 Jahre später hatten die Ratinger Jonges dann die Idee, den Turm grundlegend zu sanieren und restaurieren. 2007 konnte der Verein mit einem Richtfest den ersten Bauabschnitt beenden und stellte nach der Rohbauphase den Turm der Öffentlichkeit vor. Endgültig abgeschlossen wurde die Sanierung 2009 mit der offiziellen Schlüsselübergabe durch Bürgermeister Harald Birkenkamp an die Ratinger Jonges. Seitdem wird der Dicke Turm von Ratingens größtem Heimatverein als Geschäftsstelle und für Veranstaltungen genutzt, aber auch der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Foto: Ratinger Jonges

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