Das verunglückte Weihnachtsgedicht

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Zu Heiligabend gehört der Besuch der Christmette, zur Bescherung nach der Christmette gehört das das Weihnachtslied, gespielt von den Kleinen auf der Blockflöte, oder, für die weniger musikalischen, das Weihnachtsgedicht. Beides bereitete den Vortragenden nicht unbedingt immer große Freude. Es konnte auch das eine oder andere schief gehen. Horst Brink erzählt in einem Gedicht, was beim Weihnachtsgedicht unvorhergesehenes geschehen kann.

Das verunglückte Weihnachtsgedicht

Vieles wurde still und leise,
hübsch verpackt gleich kiloweise
und der Baum, der leicht gestutzt,
wurde – wie man sagt – geputzt.

Wunderschöne weiße Kerzen,
sie erhell´n die Kinderherzen
und Sohn Fritz trägt mit Humor,
was er einstudiert hat, vor…

Doch es scheint ihn anzustrengen,
denn des öft´ren bleibt er hängen,
konzentrieren klappt nicht mehr,
wo kommt jetzt noch Rettung her?

Und ihm droht leicht angeschlagen
seine Stimme zu versagen,
hilfesuchend blickt er stumm
sich nach allen Seiten um.

Irritiert, verblüfft indessen,
trotzt er dem, was er vergessen
und schwenkt Arme, Kopf und Bein,
setzt die Körpersprache ein…

Doch so sehr er sich auch mühte,
ahnte er wohl was ihm blühte,
raus aus diesem tiefen Loch,
eine letzte Strophe noch…

Ganz verzweifelt wollt´er nun,
letztlich doch noch Gutes tun,
rief in der prekären Lage:
„Frohe OSTERFEIERTAGE …“

Horst Brink