Caritas: Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe auch jetzt

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Ratingen. Als sich Anfang März abzeichnete, dass die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe durch die Coronakrise auf den Kopf gestellt wird und Veranstaltungen und Angebote abgesagt werden mussten, befürchteten viele Aktive ein Ende von Integration und Hilfe. Doch mit dem Willen weiter zu machen, mit Kreativität und der Bereitschaft sich den neuen Bedingungen zu stellen, entwickeln die Beteiligten neue Möglichkeiten. Unterstützt werden sie durch die Caritas-Ehrenamtskoordinatorin Ursula Hacket, deren Stelle anteilig von der Stadt Ratingen finanziert wird.

Los geht es mit dem Nähen der dringend benötigten Masken: Ehrenamtliche und Geflüchtete nähen – jeder bei sich zuhause, getrennt aber doch verbunden. Nähmaschinen werden organisiert, Stoff gespendet. Schon bald können die Masken eingesammelt und an Altenhilfe und Pflegestationen verteilt werden. Viele Geflüchtete bringen sich ein, sie beteiligen sich bei Nachbarschaftshilfen, kaufen für ältere Menschen ein. Auch die Ehrenamtlichen bleiben aktiv – halten Kontakt und helfen, so gut es am Telefon und mit Textnachrichten geht. So bleiben Kontakte bestehen, Informationen können weitergegeben werden und Hilfe ist möglich.

„Es sind solche Erfahrungen, die uns allen Mut machen und zeigen, dass die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe weitergeht. Die entstandenen Beziehungen tragen nicht nur, sie bringen auch viele neue tolle Ideen hervor“, erzählt Ursula Hacket, Caritas-Ehrenamtskoordinatorin.

Zu den neuen Ideen und Angeboten gehören zum Beispiel ein Sprachkurs als Videokonferenz. In der Gruppe für alle eine Herausforderung, aber auch das deutliche Zeichen, es geht weiter. Insgesamt soll die Kommunikation und auch die Fortbildung um digitale Wege, Videokonferenzen, Webinare, erweitert werden.

Zur individuellen Sprachförderung verabreden sich die Beteiligten unter dem Motto „Walk ´n talk“ zu Spaziergängen an der frischen Luft: laufen und dabei deutsch sprechen, das geht auch jetzt schon. So kann Sprachpraxis sicher und gesund wiederaufgenommen werden. Die Frauengesprächsgruppe hat ein gemeinsames Hochbeet im Caritas-Gemeinschaftsgarten des Projektes InWESTment plus. Die Frauen gärtnern zeitversetzt, aber miteinander verbunden. Absprachen laufen über Messenger und jede freut sich am Wachsen und Blühen.

Wer, sich anschließen möchte, Ideen und Kompetenzen einbringen will und sich gerade in dieser Zeit engagieren will, melde sich bitte bei der Caritas-Ehrenamtskoordination in der Flüchtlingshilfe/Aktion Neue Nachbarn: ea-ratingen@caritas-mettmann.de oder 02102/9394-611

Ein Beispiel

Frau S., 43 Jahre. Sie lebt mit ihrer 16-jährigen Tochter in Ratingen. Vielfach engagiert und gut integriert, arbeitet sie ehrenamtlich bei der Tafel und dem THW mit, trifft sich in der Frauengesprächsgruppe und lernt Deutsch in einem Sprachkurs. Aber all das ruht aktuell – es ist einfach zu gefährlich und gar nicht erlaubt, sich in Gruppen zu treffen. Als Asiatin hatte sie keine Berührungsängste mit den Masken. Während man in Deutschland noch kontrovers über Sinn du Zweck der Masken diskutiert, überlegte sie, dass Masken helfen könnten. So lag es nahe, Masken zu nähen. Frau S. wandte sich an die Caritas/Aktion Neue Nachbarn und eine gebrauchte Nähmaschine aus dem Fundus der ANN -Handarbeitsgruppe der Gemeinde Heilig Geist war schnell besorgt, auch Stoff und Gummibänder.

Foto: privat

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