Busfahrer spielend weiterbilden

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Düsseldorf. Die Rheinbahn hat ihre Weiterbildung geändert. Statt des üblichen Frontalunterrichts bildet sie ihre Busfahrer erstmals durch eine spielerische Variante fort: über das Brettspiel „Steig ein!“ Praxisnah und erlebnisreich lernen die Rheinbahner damit alles Wissenswerte und Notwendige über verschiedene Themen wie Kundenorientierung, gesetzliche Vorgaben, Sicherheit oder Verhalten bei Notfällen.

Speziell auf die Rheinbahn angepasst, zeigen Fotos auf dem Brettspiel die Betriebshöfe und wichtige Haltepunkte des Linienplans, wie den Flughafen oder die Arena. Während des Spiels treten maximal zehn Busfahrer in Zweierteams gegeneinander an. Mit einem Miniaturbus „fahren“ die Teilnehmer unterschiedliche Spielfelder ab, zu den Kategorien Wissen, Betrieb, Persönlichkeit, Technik, Kunde und Risiko. Die Fragen auf den einzelnen Spielfeldkarten werden an die Wand projiziert, damit jeder in eine Diskussion einsteigen kann und ein reger Dialog entsteht. Die Fahrer erhalten für jede richtige Antwort eine Fahrgastkarte. Ziel des Spiels ist es, möglichst viele Fahrgastkarten zu sammeln. Dabei ist es nicht wichtig, einen Gewinner zu ermitteln. Vielmehr sollen die Fahrer spielerisch miteinander und vor allem voneinander lernen.

Vormittags treffen sich die Fahrer in einem Schulungsraum der Fahrschule. Zunächst steht ein aufgelockertes Kennenlernen mit Hilfe von „VIP-Cards“ auf dem Programm. Jeder sucht sich eine berühmte Persönlichkeit aus, mit der er sich identifiziert und anhand der er sich kurz vorstellt. Dann beginnt das Spiel; Schwerpunkt ist dabei die Kundenorientierung, aber es fließen auch andere Themen ein, wie Sicherheit, Gesundheit des Fahrers. 

Nachmittags folgt eine praxisnahe Sequenz im Bus, wenn die Kollegen Szenen ihres Arbeitstags in Rollenspielen nachstellen. Die Ereigniskarte Bus, die vormittags beim Brettspiel in der Rubrik Kunde gezogen wurde, konfrontiert die Fahrer mit Alltagssituationen, die sie bewältigen und lösen müssen. Nachdem auch dieser Teil gemeistert ist, erhalten die Fahrer eine Kritik der Kollegen.

Bevor das Spiel starten konnte, wurde es rund ein Jahr geplant und organisiert. Als Vorbild diente das Planspiel „Auf Strecke“ der Hamburger Hochbahn. „Die durchweg positiven Erfahrungen, über die die Hamburger seit der Einführung ihres Spiels berichteten, brachten uns auf diese Idee“, so Projektleiter Michael Strotmann. Gemeinsam mit der Syn.energy GmbH, einem Unternehmen für Kommunikationstraining und Personalentwicklung, trafen sich die Beteiligten zu ersten Gesprächen.

Weiterbildungen sind gemäß Berufskraftfahrer-Qualifizierungsgesetz (BKrFQG) alle fünf Jahre vorgeschrieben. Fahrer der Rheinbahn haben die Möglichkeit, diese Fortbildungen im Unternehmen in Anspruch zu nehmen, da die Rheinbahn-Fahrschule eine anerkannte Ausbildungsstätte ist. Von der innovativen Art der spielerischen Weiterbildung verspricht sich die Rheinbahn langfristig, den Dienstleistungsanspruch der Fahrer zu fördern und damit die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.

Das durchweg positive Echo bei den 130 Fahrern, die das Spiel schon absolviert haben, zeigt, dass sich die gründliche Planung gelohnt hat. Die Ergebnisse der Fragebögen, die jeder Teilnehmer am Ende seiner Schulung ausfüllt, sind sehr positiv. Die Rheinbahner hoben hervor, dass die neue Art der Weiterbildung „wesentlich motivierender“ und „einprägsamer“ sei und die Zeit „wie im Flug verging“.  

Damit sich jeder Busfahrer der Rheinbahn von dem Mehrwert des Spiels „Steig ein!“ überzeugen kann, wird in den nächsten vier Jahren jeder von ihnen diese Art der Schulung durchlaufen. Auch der Wunsch eines Fahrers, die spielerische Art der Unterweisung „weiter auszubauen“, könnte in Erfüllung gehen: „Die Arbeitsgruppe plant, das Spiel auch für unsere Bahnfahrer zu entwickeln“, so Strotmann. 

Foto: privat

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