BU: Mehr Wohnraum nur mit Verkehrskonzept

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Lintorf. In der letzten Woche kündigte die CDU eine Großoffensive für mehr Wohnraum in Ratingen an (Der Lintorfer berichtete). Ein neues großes Wohngebiet sieht sie an der Kalkumer Straße (Am drügen Emmer). Die Bürger-Union Ratingen (BU) sagt, dass mehr Wohnraum in Lintorf ohne ein vernünftiges Verkehrskonzept nicht möglich ist.

Das Gebiet westlich der Kalkumer Straße gegenüber der Einmündung des Breitscheider Weges böte sich laut Regionalplan wegen der einfachen Eigentumsverhältnisse an und stünde mittelfristig für eine großzügige und flächensparende Eigenheimsiedlung mit 150 Wohneinheiten zur Verfügung.

„Was die CDU nicht erwähnt, ist die Tatsache, dass in den kommenden 20 Jahren 90 Prozent aller Wohnbebauungen der Stadt Ratingen in Lintorf und Breitscheid vorgesehen sind“, heißt es in einer Presseerklärung der BU. Dem gelte es mit Hilfe der Bauleitplanung entgegenzuwirken.

Denn neben dem genannten Gebiet wird auch das als „Vodafone-Campus“ bekannte Gebiet an der Rehhecke zu Wohnzwecken ausgebaut. Von den zur Verfügung stehenden 34 Hektar sollen nach Vorstellung der Verwaltung 18 Hektar für neuen Wohnraum genutzt werden. Die Fraktion der Bürger-Union hat sich stets gegen eine weitere Wohnbebauung an der Rehhecke ausgesprochen. Sie beantragte, dass das Gebiet nicht für eine Wohnbebauung vorgehalten wird. Sie war damit aber im Rat gescheitert.

Weitere Bauflächen entlang des Breitscheider Weges und die geplante Neue Mitte Breitscheid werde dazu führen, dass die Einwohnerzahl Lintorfs und Breitscheids um 30 Prozent ansteigt, heißt es weiter in der Presseerklärung.

Lintorf hat rund 15.000 Einwohner. Die so genannten weichen Faktoren, wie Kindergarten- oder Grundschulplatz, sind bereits jetzt nicht mehr zu erfüllen.

„Wie soll sich die Verkehrsentwicklung gestalten bei 5000 zusätzlichen Einwohnern“, fragt BU-Ratsmitglied Christian Koch.

Das Verkehrskonzept Lintorf wurde in einem ersten Werkstattgespräch durch Bürgermeister Harald Birkenkamp 2014 initiiert und ist bis heute nicht fertig, bemängelt Angela Diehl (BU).

Die alleinige Reaktivierung der Westbahn wird dieser Masse an neuen Einwohner nicht gerecht!

Angela Diehl, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der BU

Die Fraktion Bürger-Union ist nicht bereit, diese geplante Entwicklung für Lintorf hinzunehmen. Die vorhandene Infrastruktur Lintorfs ist nicht für wesentlich mehr Menschen ausgelegt.

BU-Ratsmitglied Detelv Czoske: „Das Verkehrschaos bei einer Bebauung nördlich der Rehhecke und an der Kalkumer Straße „Am drügen Emmer“ ist vorprogrammiert.“

Da die Umsetzung in einen konkreten Wohnungsbau durch ein Änderungsverfahren der bestehenden Flächennutzungsplanung und die anschließende Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens dabei allerdings ausschließlich in der Hand der Kommunen liegt, will die Fraktion der Bürger-Union in den kommenden Jahren ein wachsames Auge auf die Umsetzung des Regionalplans haben wird.

Foto: Verein Lintorfer Heimatfreunde

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