Breitengrad 51: Saale-Unstruts Spitzenweine

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Naumburg (tpr). Es ist eine Herausforderung am 51. Breitengrad exzellente Weine zu produzieren. Die Winter sind kalt und das Frühjahr beginnt oft spät. Hier sind Winzerfleiß, Erfahrung und Experimentierfreude gefragt. Genau diese Herausforderung reizt eine Gruppe von acht Winzern in Saale-Unstrut, dem nördlichsten Qualitätsweinanbaugebiet Deutschlands. Als Initiative „Breitengrad 51“ haben sie sich nichts Geringeres vorgenommen, als Weine zu erzeugen, die mit den Besten des Landes mithalten können.

2011 gegründet, ist die Initiative inzwischen Qualitätsvorreiter in der Region. Die Vorgaben für Breitengrad-Weine sind streng: Die Trauben dürfen ausschließlich von Hand gelesen werden und müssen ein Mostgewicht von mindestens 95 Grad Oechsle erreichen. Der Ertrag darf nicht höher als 5000 Liter je Hektar sein. Zugelassen sind nur die gebietstypischen Sorten Riesling, Chardonnay, Roter Traminer und Blauer Zweigelt sowie die weißen und roten Burgundersorten, die in den alten und steilen Lagen an Saale und Unstrut gedeihen.

Bei der jährlichen Finalprobe, einer Blindverkostung, entscheiden die Winzer gemeinsam mit Sommeliers und Fachhändlern, welcher Wein das Prädikat erhält. Maximal zwei Weine je Weingut können ausgezeichnet werden. Sie repräsentieren die Spitze der Lagenweine. Es sind trockene, kraftvolle und charakterstarke Weine. Die strengen Vorgaben zahlen sich aus. Mittlerweile sind die Breitengrad-Weine überregional bekannt.

Dazu zählen auch die des Winzers Matthias Hey. „Fingerspitzengefühl, Erfahrung und Bauchgefühl sind uns wichtiger als moderne Technik“, beschreibt der studierte Önologe seine persönliche Philosophie. Er bewirtschaftet rund fünf Hektar in der historischen Einzellage Naumburger Steinmeister. Erst 2001 kauften seine Eltern den Weinberg, befreiten ihn von Brombeergestrüpp und sanierten die Trockenmauern. 2007 kehrte der Sohn vom Studium zurück und stellte bereits ein Jahr später die ersten Weine vor. Ambitionen weiter zu wachsen hat er keine, lieber will er mit Sorgfalt an der Qualität seiner Weine arbeiten. Den Mut, dabei neue Wege zu gehen und sich auf Experimente einzulassen, hat er mit den Breitengrad-Winzern gemein. „Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass es gut ist, auch mal ein Risiko einzugehen, weil immer außergewöhnliche Weine herauskommen“, resümiert Hey und erklärt ein Beispiel. „Ein biologischer Säureabbau beim Riesling ist nicht gewollt. Er gab unserem aber eine besondere Charakteristik.“

Ideenreichtum ist auch bei Wolfram Proppe gefragt. Der Winzer aus Thüringen hat sich in diesem Jahr der Initiative angeschlossen. Sein Qualitätsanspruch ist hoch. Gemeinsam mit den Breitengrad-Winzern will er erstklassige Weine erzeugen, die im Gedächtnis bleiben. „Unser Traum ist es, für nachfolgende Generationen von Winzern in der Region eine gute Adresse zu schaffen, die auch überregional interessant und wahrnehmbar ist“, sagt er.

Immer wieder laden die Breitengrad-Winzer zu Weinproben in ihre Keller, Informationen dazu gibt es auf den Webseiten der Winzer. Unter www.breitengrad51.de stellt sich die Initiative vor. Darüber hinaus lässt sich die Vielfalt der Region entlang der Weinstraße Saale-Unstrut entdecken. Sie führt auf 60 Kilometern vom thüringischen Bad Sulza an der Saale über Naumburg zum Kloster Memleben an der Unstrut, der Ort, dem Kaiser Otto III. bereits im Jahr 998 Weinberge schenkte.

Information zur Reiseregion unter www.saale-unstrut-tourismus.de

Foto: Patrick Cebulla

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