Brechts „Leben des Galilei“ im Grillo-Theater

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Essen. „Unglücklich das Land, das keine Helden hat“, dieses Zitat kennt wohl fast jeder. Die wenigsten wissen allerdings, dass es aus Bertolt Brechts „Leben des Galilei“ stammt. Ausgesprochen wird dieser Satz von Andrea, einem Schüler des großen italienischen Mathematikers und Astronomen Galileo Galilei (1564-1642), der ihm daraufhin entgegnet: „Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.“ In Brechts Stück, das in der neuen Spielzeit am Freitag, 6. Oktober, ab 19:30 Uhr erstmals wieder im Essener Grillo-Theater gezeigt wird, geht es um nichts Geringeres als die Zerstörung eines ganzen Weltbildes. Eintrittskarten zum Preis von 14 bis 29 Euro gibt es online oder unter Telefon 0201/8122200.

Galilei hat es sich zum Ziel gesetzt, die Erkenntnis des Kopernikus, nach der sich die Erde um die Sonne dreht, zu beweisen. Ganz zum Ärger der katholischen Kirche, denn würde das stimmen, dann hätte das Weltall über Nacht seinen Mittelpunkt verloren. Deren Vertreter sind entsetzt: Wo ruht das Auge Gottes, wenn die Erde nicht mehr das Zentrum des Universums ist, sondern ein Gestirn wie unzählige andere ist? Wie soll das Volk unter diesen Umständen einen Sinn im irdischen Dasein erkennen? Und welche Rolle spielt da noch die Heilige Schrift?

Galilei schlägt alle Warnungen in den Wind, zu stark ist sein Wille zur Wahrheit. Er versucht, die höchsten Kirchenvertreter im Vatikan von der Richtigkeit seiner Forschung zu überzeugen. Doch alle Mühe ist vergebens: Seine Werke landen auf dem Index, und der Astronom verfällt in jahrelanges Schweigen. Als ein der Wissenschaft zugewandter neuer Papst berufen wird, schöpft Galilei erneut Hoffnung. Aber diesmal zeigt ihm die Inquisition ihre Instrumente – 23 Tage später widerruft er seine Lehre.

In der Inszenierung von Konstanze Lauterbach spielen Thomas Büchel, Stefan Diekmann, Alexey Ekimov, Axel Holst (Galileo Galilei), Ines Krug, Stefan Migge, Philipp Noack, Jan Pröhl, Stephanie Schonfeld, Sven Seeburg, Rezo Tschchikwischwili und Jens Winterstein.

Foto: Thilo Beu

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