„BORA“ ermöglicht Wiedereinstieg

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Lintorf. Flächendeckende Gesundheitsversorgung ist das Leitmotiv des heutigen Weltgesundheitstages. Insbesondere in der Seelischen Gesundheit herrscht hier deutschlandweiter Aufholbedarf. „Die patientennahe Versorgung im Feld der psychischen Erkrankungen ist noch immer nicht gewährleistet und leidet zudem unter vielen Tabus“, sagt Carsten Bräumer, Vorstandsvorsitzender der Theodor Fliedner Stiftung mit Hauptsitz in Mülheim an der Ruhr. Die Stiftung hält an den fünf Standorten Berlin, Stuttgart, Düsseldorf, Gevelsberg und Lintorf Angebote für seelische Krankheitsbilder vor.

„Wir befinden uns auf der Zielgeraden“, sagt Olaf Lask, Leitender Arzt der Fachklinik Haus Siloah in Lintorf. Schon bald wird die Rehabilitationseinrichtung für Suchtkranke Menschen ihr Therapiekonzept um ein wichtiges Zusatzangebot erweitern. Hinter „BORA“ versteckt sich das Konzept zur beruflich orientierten Rehabilitation Abhängigkeitserkrankter, das von den Kosten- und Leistungsträgern gefördert wird. „In der Suchttherapie haben arbeitsbezogene Angebote eine sehr lange Tradition“, weiß der Mediziner. Bei chronischen, seelischen Erkrankungen ist die heilende Wirkung Halt gebender sozialer Strukturen schon lange bekannt. „Suchterkrankte haben nach einer erfolgreich abgeschlossenen Langzeittherapie deutlich bessere Chancen, ihr Abstinenzziel langfristig zu erreichen, wenn sie einer gesicherten Beschäftigung nachgehen.“ Umgekehrt haben gerade die Menschen, die längerfristig arbeitslos sind
oder sich in problembelasteten Beschäftigungsverhältnissen befinden, auch schlechtere Chancen, einen langfristigen Therapieerfolg zu erzielen.

Therapeutische Angebote werden bei „BORA“ den individuellen beruflichen Problemlagen der Rehabilitanden angepasst und möglich gemacht. In einer ausführlichen berufsbezogenen Diagnostik werden diese Problemlagen zunächst festgestellt. „So können dann die Rehabilitanden im Verlauf der Entwöhnungsbehandlung speziell auf sie zugeschnittene therapeutische Angebote erhalten.“ Sie können zum Beispiel einer weiteren beruflichen Qualifikation dienen, wie Computerschulungen oder der Erwerb eines Gabelstaplerscheins. „Möglich ist auch die Mitarbeit in unserer Übungsfirma, einem Patienten- und Besucher-Café dem  benachbarten Gelände des Fliedner Krankenhauses.“

Manche Patienten benötigen aber auch ein Bewerbungstraining, eine Konflikt- und Problemlösegruppe oder müssen Wege zur Stressbewältigung und zur Entspannung finden. Ein Kommunikationstraining kann helfen, im Gespräch versteckte Botschaften wahrzunehmen und sich besser zu verständigen.  Zu den Angeboten gehören auch Sozialberatung, Rückkehrgespräche mit dem Arbeitgeber und konkrete Hilfestellungen bei der Wiedereingliederung in einen bereits bestehenden Arbeitsplatz oder in das Erwerbsleben überhaupt. „Die Konzepterweiterung BORA  wird die flächendeckende Versorgung von Patienten ein Stück weiter bringen“, ist sich Olaf Lask sicher. Nach der Genehmigung durch die Leistungsträger sei zudem eine personelle Aufstockung des Therapeutenteams vorgesehen.

Foto: privat

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