Beratungsstelle gegen Alltagsrassismus öffnet

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Kreis Mettmann. Von Rassismus Betroffene finden ab Freitag, 25. Juni, in der Mühlenstraße 15 in Mettmann eine zentrale Anlaufstelle. Die Öffentlichkeit soll für das Thema sensibilisiert werden.

Rassismus ist in unserer Gesellschaft leider noch immer allgegenwärtig. Auch im Kreis Mettmann gehört rassistische Diskriminierung zum Alltag vieler Menschen – ob bei der Wohnungs- oder Arbeitssuche, bei Behördengängen, in der Schule oder in der Öffentlichkeit. 

Durch die neu geschaffene Beratungsstelle gegen Alltagsrassismus in der Mühlenstraße 15 in Mettmann erhalten Betroffene nun eine zentrale Anlaufstelle. Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle leisten Hilfestellung, informieren über mögliche rechtliche Schritte und begleiten zu Terminen. Wenn dies gewünscht wird, werden die Fälle durch die Beratungsstelle öffentlich gemacht. Das Gemeinschaftsprojekts von AWO, Caritas, Diakonie, DRK sowie dem Paritätischen wird vom Kreis Mettmann finanziert. Dabei besteht auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Kreisintegrationszentrum in Mettmann.

„Dass wir in Deutschland ein Problem mit Rechtsextremismus haben, ist nicht erst seit den Terroranschlägen des NSU und zahlreichen rassistisch motivierten Angriffen deutlich geworden. Alltagsrassismus ist dagegen ein Phänomen, das weit in die Mitte der Gesellschaft reicht und dessen sich viele Menschen gar nicht bewusst sind“, sagt Jörg Marquardt, Fachbereichsleitung Soziale Arbeit der AWO im Kreis Mettmann und derzeitiger Koordinator der Beratungsstelle. „Deshalb ist es wichtig, das öffentliche Bewusstsein für Alltagsrassismus zu schärfen.“

Neben der Beratungstätigkeit stellt daher die Präventionsarbeit einen zentralen Bestandteil des Projekts dar. Gemeinsam mit Schulen und anderen Bildungsträgern können Workshops zum rassismussensiblen Umgang miteinander durchgeführt werden und auch die Mitarbeitenden von öffentlichen Institutionen können diesbezüglich geschult werden. Durch Empowerment-Workshops und die Schulung von Multiplikator*innen sollen potenziell betroffene Menschen gestärkt und ihre Vernetzung untereinander gefördert werden. Zudem richtet sich das Präventionsangebot in Form von Infoveranstaltungen und Trainingskursen an alle Menschen im Kreis Mettmann. „Gemeinsam mit einem breiten Netzwerk aus den vielen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen möchten wir unseren Beitrag dazu leisten, dass alle Menschen gleichberechtigt bei uns im Kreis Mettmann leben können, unabhängig von ihrer Herkunft“, sagt Jörg Marquardt. „Denn nur gemeinsam kann Rassismus bekämpft werden“.

Ab dem 25. Juni steht ein vierköpfiges Team für alle Menschen im Kreis Mettmann zur Verfügung. Eine Beratung kann nicht nur in den Räumen der Beratungsstelle in Mettmann in Anspruch genommen werden, sondern auf Wunsch auch direkt am Wohnort.

Die Beratungsstelle hat montags und dienstags von 10 bis 13 Uhr und donnerstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.
Telefon 02104/95282-45, -46, -47
info@gegen-alltagsrassismus.org

www.gegen-alltagsrassismus.org

Foto: privat

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