Ausstellung und Klezmerkonzert

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Hösel. Zum Themenjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ machen diverse Veranstaltungen bundesweit deutlich, dass jüdisches Leben seit der Spätantike zur europäischen Geschichte gehört. Auch das Oberschlesische Landesmuseum rückt jüdische Spuren in den Blick und präsentiert vom 21. November 2021 bis 30. Juni 2022 die Ausstellung „Jüdische Spuren. Von der Synagoge zum Gebetshaus in Beuthen“. Bereits im Dezember 2021 hat es mit dem Oberschlesischen Museum in Beuthen (Bytom) einen Kooperationsvertrag für die Bearbeitung dieses Themas geschlossen. Der Kulturreferent für Oberschlesien, David Skrabania, hat die Zusammenarbeit seitdem koordiniert und die Texte der Ausstellung und des Ausstellungsfilms ins Deutsche übersetzt.

Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, 21. November, um 15 Uhr gibt es vom Gleiwitzer Politikwissenschaftler und Publizisten Jan Opielka einen Vortrag zum Thema. Dazu wird der eigens für die Ausstellung entstandene Film „Zwei Welten“ vorgeführt. Im Anschluss (18 Uhr) lädt das Haus Oberschlesien zum Klezmerkonzert ein. Das bekannte Musikensemble Di Galitzyaner Klezmorim aus Krakau spielt traditionelle Klezmermusik mit typischer Instrumentenbesetzung. Konzertkarten können online im Ticketshop für 14 Euro oder an der Abendkasse für 18 Euro erworben werden.

„Das Thema trifft einen Nerv der Zeit. Jüdisches Leben hat in vielen Städten Europas seine Spuren hinterlassen und gehört auch in Beuthen unbestreitbar zur Stadtgeschichte. Wir sind froh, Partner des Kooperationsprojekts zu sein und damit auch einen Beitrag zum aktuellen Themenjahr zu leisten“ erklärt Direktorin Andrea Perlt.

Beuthen ist eine faszinierende, multikulturelle Stadt mit einer jahrhundertealten Geschichte an der Grenze zwischen den Kulturen und Traditionen, in der die Juden seit Jahrhunderten präsent waren und immer noch sind. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Menschen, Orte und Artefakte, die im Laufe der Zeit untrennbar miteinander verwoben wurden. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Beuthen, die durch das Prisma des kollektiven und individuellen Schicksals dieser gesellschaftlichen Gruppe betrachtet wird, wird durch eine Vielzahl von Kontexten bestimmt – historisch, politisch, sozial, kulturell oder rituell.

Die Ausstellung folgt den jüdischen Spuren von der Ausgrenzung der Juden aus dem gesellschaftlichen Leben in den 1930er Jahren über die Reichspogromnacht bis hin zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Als die Juden nach dem Krieg in die Stadt zurückkehrten, bauten sie gemeinsam ihr Leben und die Stadt wieder auf. An die Stelle der Synagoge trat das jüdische Gebetshaus. Für viele war Beuthen nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach Palästina (Israel), Westeuropa oder in die Vereinigten Staaten.

Foto: Di Galitzyaner Klezmorim