Aufregung um Corona-Impftermin

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Ratingen. Wenn sie ein bisschen Spannung haben möchte, schaut sich Hannelore L. gerne einen Krimi an. Ihr Bedarf an Aufregung war in den vergangenen Tagen allerdings auch ohne Fernsehen mehr als gedeckt. Die 81-Jährige aus Ratingen-West durchlief nämlich im Zusammenhang mit ihrem sehnlichst erwarteten Corona-Impftermin ein Wechselbad der Gefühle, auf das sie gerne verzichtet hätte.

Los ging es am ersten Tag der Terminvergabe. Am 25. Januar versuchte sie stundenlang, die Hotline zu erreichen. In ihrer Verzweiflung kontaktierte sie über das Bereitschaftshandy die Vorsitzende des Ratinger Seniorenrates und wurde von Ingrid Herden beruhigt: Wenn der größte Ansturm vorbei sei, werde die Hotline sicher erreichen. Tatsächlich kam Hannelore L. am 28. Januar durch und bekam ihre beiden Impftermine am 7. und am 28. April,.

Am 8. Februar kam mit der Post die schriftliche Bestätigung – allerdings nicht im Impfzentrum in Erkrath, sondern in Erkelenz, gut 60 Kilometer entfernt im Kreis Heinsberg. In ihrer Verzweiflung rief Hannelore L. wieder beim Seniorenratshandy an. Ingrid Herden kontaktierte die Hotline und erhielt die Bestätigung. Die Ratingerin war versehentlich für Erkelenz statt für Erkrath gebucht worden.

Ingrid Herden: „Der Mitarbeiter entschuldigte sich für den Fehler.“ Da Hannelore L. mit ihrem Wohnsitz in Ratingen nur im Impfzentrum Erkrath geimpft werden dürfe, stornierte er die Termine in Erkelenz ersatzlos. Für die Ratinger Seniorin hätte der Wählmarathon mit der Hotline von vorne begonnen, die nächstmöglichen Impftermine wären jetzt Anfang im Mai gewesen.

Herden ließ nicht locker: „Wer einen Fehler macht, sollte ihn auch wieder korrigieren.“ Über Kontakte erreichte sie schließlich, dass die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, die für die Terminvergabe und Koordination zuständig ist, Hannelore L. einen neuen, sogar einen viel früheren Termin im Erkrather Impfzentrum zuteilte.

„Ich bin einfach nur erleichtert und dankbar“, sagte Hannelore L., die wegen der Aufregung schlaflose Nächte gehabt hatte.

Foto: Kreis Mettmann

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