Architekt Ruhnau führt durchs Grillo-Theater

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Essen. Der Architekt Georg Ruhnau hat ein ganz besonderes Verhältnis zum Essener Grillo-Theater: Einerseits, weil er selbst 1986 gemeinsam mit seinem Vater Werner Ruhnau den Umbau des Hauses geplant hat, andererseits wegen der sich hier zeigenden einzigartigen Verbindung zwischen Architektur, Theatergeschichte und bildender Kunst. Im Rahmen seiner Baukulturführungen – die nächste ist am Samstag, 8. April, ab 14 Uhr im und rund ums Grillo-Theater – möchte er dem Publikum diese Besonderheiten näher bringen. Damit kommt Ruhnau auch dem Wunsch seines verstorbenen Vaters nach, der ihm 2015 testamentarisch die Urheberrechte an dessen Gebäuden vermacht hat und ihn bat, sein Interesse und seine Begeisterung für Theaterbauten weiterzutragen. Der Eintritt kostet sieben Euro. Treffpunkt ist am TUP-Ticketcenter, II. Hagen 2. Karten gibt es unter Telefon 0201/81 22-200 oder online.

Georg Ruhnau beginnt seine etwa 75-minütige Führung mit einem kurzen Rundgang um den Gebäudekomplex, zu dem auch das Kulissenhaus gehört. Anschließend geht es ins Grillo-Theater, wo er im Erdgeschoss anhand von historischen Fotos und Plänen aus dem TUP-Archiv die drei Bauzustände (1892, 1950 und 1990) des ältesten Stadttheaters im Ruhrgebiet erläutert. Nächste Station ist das Café Central International im 1. Obergeschoss, wo Ruhnau tief in die Theatergeschichte eintauchen wird: Anhand von Bildprojektionen vom Athener Dionysostheater, der Geburtsstätte des Theaters der griechischen Antike, über Shakespeares Globe in London, Richard Wagners Festspielhaus in Bayreuth, Adolphe Appias multifunktionalem Spielraum in Dresden Hellerau bis hin zum direkt aus Appias Werk resultierenden Spielraum des Grillo-Theaters spannt er einen Bogen, der knapp 2400 Jahre Bühnen- und Baukunst miteinander verbindet. Im Zuschauersaal steht anschließend Werner Ruhnaus Wirken im Hinblick auf multifunktionale Spielräume im Mittelpunkt. Hier können die Führungsteilnehmer zeitgleich die Bühnentechniker bei der Einrichtung der abendlichen Aufführung von „Sophia, der Tod und ich“ beobachten. In den beiden Seitenfoyers schließlich stehen die Arbeiten von Monika Günter und Doris Schöttler-Boll im Fokus, die exemplarisch für Werner Ruhnaus Arbeitsweise zur Integration von Kunst während des Bauprozesses stehen.

GrilloTheater 1892 (Foto: privat)

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