Andertal-Festival im Neanderland

Werbung

Erkrath/Hilden/Mettmann. Im neugeschaffenen „Andertal-Festival“ vom 3. Oktober bis 17. November bündeln fünf regionale Kultur-Einrichtungen ihre Ideen und Kräfte und präsentieren für Jung und Alt Konzerte, Filme, Performances, Entdeckungen in der Natur und individualisierte Poesie. 27 Veranstaltungen werden in Erkrath, Mettmann und Hilden angeboten. Im Mittelpunkt steht die Begegnung mit Anderen, mit „dem Anderen.“

Das Festival will Neues für die Region, für das „neanderland“ auf den Weg bringen. Die fünf Partner sind sich einig: Für etwas Neues müssen sie sich selbst für Neues öffnen. Deswegen haben das QQTec Hilden, die Kulturvilla Mettmann, das Haus Neandertal No. 1, das Neanderthal-Museum und das Naturschutzzentrum Bruchhausen seit Sommer 2018 ein Programm gemeinsam getöddert – mit Unterstützung von Frau Utke vom Koordinierungsbüro der Regionalen Kulturpolitik. Kultur in Spitze  und Breite fördern und den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort nahe bringen, kulturelle Teilhabe im Sinne einer lebenslangen kulturellen Bildung und eines offenen, nachhaltigen Dialoges gewährleisten und die Außenwahrnehmung von Kunst und Kultur in den Regionen erhöhen: das sind die maßgeblichen Ziele der Regionalen Kulturpolitik. Mit dem Andertal-Festival erforschen die fünf Partner in der Begegnung auf Augenhöhe, was sie durch die Zusammenarbeit an Mehrwert für die ganze Kulturregion schaffen können.

Die Einrichtungen danken ganz besonders dem Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch die Bezirksregierung Düsseldorf, für die Förderung aus Mitteln der Regionalen Kulturpolitik. Wichtig war außerdem die Unterstützung durch die Kreissparkasse Düsseldorf, den Kreis Mettmann, den Förderverein Neanderland Kultur FöNeK und die Stadt Erkrath.

Los geht es am 3. Oktober um 14 Uhr mit der Banda Metafisica. Sie bringt die Soundtracks der italienischen Dörfer mit Musikerinnen und Musiker aus Köln und Düsseldorf und dem Posaunenchor des Hochdahler CVJM auf einer kleinen Wanderung in das Düsseltal vor dem Neanderthal-Museum. Der Weg ist asphaltiert oder gewalzter Schotter und stufenfrei; der gesellige Ausklang findet im Neandertal No. 1 statt. Hierhin wird bei starkem Regen auch das Konzert verlegt.

 Zur Eröffnung werden Landrat Thomas Hendele und der regionale Kulturdezernent Ralph Zinnikus vom Land NRW erwartet.

Am 4. Oktober um 17 Uhr präsentiert ein Film im Neanderthal-Museum das Dickicht einer Ehe zwischen Köln und Burkina Faso bis zur schicksalsträchtigen Begegnung mit den mythischen Krokodilen der Schwieger-Familie, den unsterblichen Seelen verstorbener Ahnen. Im Anschluss richtet die Frauengruppe des Düsseldorfer PS-Zentrums im Neandertal No. 1 gegenüber des Museums ein afrikanisches Buffet aus, bei dem die Regisseurin für Begegnungen mit dem Publikum offen ist. Mit diesem Film beginnt am 4. Okt. das umfangreiche Schulprogramm des Festivals, für das noch Plätze frei sind.

Am Erntedanktag 6. Oktober lädt das Naturschutzzentrum Bruchhausen in Erkrath um 10 Uhr zur Elementen-Wanderung ein:  Wasser, Erde, Luft und Feuer. Die offenen Türen laden alle ein, teilzuhaben an der Reichhaltigkeit der Ernte, innezuhalten oder seine Gedanken zu verlieren in den üppigen Gärten: Gedanken über unsere Wertschätzung, unsere Beziehung zu Umwelt und Natur.  

Ebenfalls am 6. Oktober erklingt in der Kulturvilla Mettmann „Musik für die Götter.“ Wenn die Seele Musik macht, singt das Herz mit, sagt der Wuppertaler DJ und Musiker Charles Petersohn. Sein „Souls and Spirits Orchestra“ spielt Melodien aus allen Weltreligionen. Im Workshop um 11 Uhr wird mit den Orchestermusikern – auch mit mitgebrachten Instrumenten – ein Stück erarbeitet. Um 16 Uhr folgt das Familienkonzert und um 19 Uhr wird das Hauptkonzert gegeben  

Am 12. Oktober geht es im Hildener QQTec weiter mit der Band „Ambessengers“. Wenn sich Musiker aus Togo, Portugal, Russland und Deutschland auf einer Bühne treffen, darf man davon ausgehen, dass es äußerst vielfältig zugeht. Seit 2016 haben sie mit der togolesischen Frontfrau Vikynalove schon mehrfach ihr Publikum begeistert: 2017 beim One World Day und zuletzt anlässlich des „Mettmann ist bunt“ – Tages gegen Rechts. Musikalisch bieten die Ambessengers einen mitreißenden Cocktail aus afrikanischen Rhythmen, Reggae, Funk und Rock und dynamischen Eigenkompositionen.  

Über den Tag für die Vielfalt am 27. Oktober ab 10 Uhr im Neanderthal Museum wurde schon berichtet. Hier wird das Begegnen in alle Richtungen möglich gemacht: Kurzführungen in vielen Sprachen (auch Gebärdensprache!), Touchpoint-Workshops für Seheingeschränkte, der Austausch mit Andersdenkenden in der Form der lebenden Bibliothek und ein interkulturelles Training werden bis 17.30 Uhr angeboten. Verschiedenste Menschen stellen sich für Fragen zur Verfügung: „Die Menschheitsfamilie ist vielfältig“ bringt es auf den Punkt.  

In der ebenerdigen Höhle vom Neandertal No. 1 gibt es am Sonntag, dem 3. November von 16 bis 19 Uhr für das Publikum Antworten auf Fragen wie: Wie arbeiten Schriftsteller? Kann man mit Sprache spielen wie auf einem Instrument? Können Wörter aussterben wie Dinosaurier? Und woher kommen die neuen? Deutsch- und Kunstklassen des Gymnasiums am Neandertal setzen sich künstlerisch und literarisch mit den aktuellen Themen des Ratinger Literaturkreises ERA auseinander (Barbara Ming, Axel Hippe und Ulrich Scharfenorth). An verschiedenen Stationen im Haus Neandertal No. 1 kann das Publikum ganz dicht an die Dichtung treten. Untermalt wird der Nachmittag von Klängen des vielleicht seltsamsten aller Instrumente, dem ufoförmigen Hang, gespielt von dem hauptberuflichen Küster Harry Meschke.  

Die Begegnung über gleich mehrere Grenzen steht auch am 10. November um 10, 16 und 19 Uhr in der Kulturvilla Mettmann bei der Performance Contact wieder im Mittelpunkt. Die poetische Performance vereint Musik, Gesang, Tanz und Gebärdensprache. Gedanken werden in Klang, eine verborgene Seelensprache in Bewegung verwandelt vom gehörlosen libanesischen Tänzer Pierre Geagea und dem österreichischen Musiker Georg Kroneis.  

Kunst und Technik begegnen sich am 17. November von 16 bis 18 Uhr im QQTec Hilden: Im Radio- und Fernsehmuseum gibt der Serbe Zoran Velinov ein Konzert mit elektronischer Musik. Dazu malt  er vor und hinter verschiedenen Stoffbahnen Projektionen tänzerischer Improvisationen. Die Choreografie dazu stammt von Jeremy Green, dem Leiter der Hildener Tanzschule AIM „Art in Movement“.  

 Einzelheiten aller Veranstaltungen unter www.andertal.de

Karten unter www.neanderticket.de

Foto: privat

Werbung