Amprion: Spannende Reparatur über dem Rhein

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Duisburg. Die Sonne lacht von einem blauen Himmel über Mündelheim. Auf dem Rhein ruht die Schifffahrt. In etwa 100 Meter Höhe fliegt ein roter Hubschrauber. Er zieht ein Seil hinter sich her auf die Krefelder Rheinseite. Übertragungsnetzbetreiber Amprion repariert ein Erdseil auf der Freileitung, das bei Sturm Sabine im Februar gerissen war.

Vergangenen Samstag: Es ist kurz vor zehn Uhr. Amprion-Bauleiter Christopher Jagielski ist zuversichtlich. Das Wetter ist gut, alle Vorbereitungen sind abgeschlossen, der Hubschrauber läuft sich warm. Jetzt muss die Wasserschutzpolizei nur noch den Rhein für die Schifffahrt sperren. Dann kann die knifflige Arbeit beginnen.

Bei Sturm Sabine Anfang Februar war das Erdseil gerissen, das dem Blitzschutz der Höchstspannungsleitung dient. Ein erster Reparaturversuch am Karnevalswochenende war an Sturm Yulia gescheitert. Die Schiffe, die das Vorseil über den Rhein ziehen sollten, waren abgetrieben. Das Vorseil verfing sich in der Schiffsschraube.

„Heute ist das Wetter ideal“, erklärt Pressesprecher Andreas Preuß den Journalisten, die den zweiten Versuch begleiten wollen.

Jetzt nutzt der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber die Dienste eines Hubschraubers. Er soll das Vorseil auf die andere Rheinseite bringen. Daran wird das eigentliche Erdseil dann mit einer starken Seilwinde über die knapp 1000 Meter lange Strecke zwischen den Masten 39 und 42 gezogen.

Hubschrauberpilot Knut Wagner von Sky Heli aus Trebbin in Brandenburg sagt: „Auch heute darf es nicht zu windig sein. Sonst wird das Seil vom Wind abgetrieben.“ Dann haben die Leitungsbaumonteure Schwierigkeiten es oben auf der Mastspitze einzufangen.

Die Monteure arbeiten bei der Edi.Son Energietechnik. Das Unternehmen ist in Wustermark im brandenburgischen Landkreis Havelland beheimatet. Auch sie sind sicher, dass es heute ohne Schwierigkeiten über die Bühne geht. „Das Wetter ist einfach ideal: kein Regen, kein Wind“, ruft einer der Monteure von dem rund 100 Meter hohen Mast herunter.

Punkt zehn Uhr startet Knut Wagner auf Krefelder Seite. Er holt das Seil auf der Duisburger Seite ab und fliegt es langsam über die Masten. Die Monteure ziehen es zu sich und legen es in die vorbereiteten Laufrollen. Wenig später schon beginnt die Seilwinde das Vorseil auf die Krefelder Seite hinüberzuziehen.

Als schließlich das Erdseil aufliegt, beginnen die Monteure es zu befestigen. Eine Knochenarbeit in 100 Meter Höhe. Derweil landet der Hubschrauber auf dem rechten Rheinufer. Zahlreiche Wanderer und Radfahrer schauen den Arbeiten gespannt zu.

Die Kollegen von Knut Wagner laden nun Radarreflektoren, große orangefarbene Kugeln, in den Hubschrauber. Sie müssen auf dem Erdseil angebracht werden.

Gegen 13 Uhr startet der Hubschrauber wieder. Die beiden Monteure, die die Radarreflektoren anbringen, sitzen außen auf den Landekufen des Hubschraubers. Knut Wagner muss zentimetergenau fliegen, damit die Reflektoren richtig montiert werden können. Etwa fünf Minuten dauert die Montage. Solange steht der Hubschrauber still. Dann folgen die nächsten Kugeln.

Bevor am späten Nachmittag alle 16 angebracht sind muss Knut Wagner noch ein paar Mal landen. Es passen immer nur vier Kugeln auf die Ladefläche. Und zwischendurch muss der Hubschrauber auch tanken, damit es wieder in die Luft gehen kann.

„Es ist heute optimal gelaufen“, sagt Pressesprecher Preuß. Die Leitungen können wieder zugeschaltet werden. Sie sind für die Stromversorgung der Stadt Duisburg sehr wichtig.

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