Am Weiher: Amphore in altem Brunnen entdeckt

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Lintorf. Für das Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland ist es der Fund des Monats. Eine Amphore, die aus einem mittelalterlichen Brunnen am Weiher geborgen wurde. Die Amphore ist vollständig erhalten, berichtet der Landschaftsverband Rheinland (LVR) jetzt. Das Gefäß stammt vermutlich aus dem Mittelalter. Warum die Amphore in den Brunnen gelangte, ist rätselhaft.

Barbara Lüdecke, Vorsitzende des Vereins Lintorfer Heimatfreunde (VLH), war am Rande dabei, als der Brunnen im Sommer 2019 ausgegraben wurde. „Leider ist mir nur ein undeutliches Foto der Amphore im Kofferraum des Autos der Archäologen gelungen“, bedauert Lüdecke. Sie freut sich, dass das Fundstück nun vom LVR als Fund des Monats bezeichnet wird.

Bei den Ausgraben auf dem Baugrundstück am Weiher wurde im vergangenen Jahr ein 3,5 Meter tiefer, zweiteiliger Brunnen gefunden: mit einer hölzernen Röhre im unteren Teil und einer steinernen im oberen Teil. Der Boden wies eine Lage Steinplatten auf, auf der sich zwei durch Steine getrennte Schichten aus fingerdicken Zweigen befanden. Darüber lag eine graue Sandschicht. Dies diente als Filter für das Grundwasser, sagen die Archäologen.

Der bedeutendste Fund in dem Brunnen war die vollständig erhaltene Amphore aus Grauware. Das 59 Zentimeter hohe Gefäß hat einen Bauchdurchmesser von 43 Zentimeter. Bei seiner Entdeckung war es nur mit Wasser gefüllt.

Die Archäologen datieren diesen Gefäßtyp in das späte 11. bis 14. Jahrhundert. Wann die Amphore in den Brunnen am Weiher gelangte und vor allem warum, bleibt ihnen derzeit ein Rätsel. Für ein Schöpfgefäß sei sie eindeutig zu schwer, meinen die Archäologen, und ihr perfekter Zustand spräche gegen eine Entsorgung als Abfall.

Fotos: privat

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