Als Winnetou nach Ratingen kam

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Bamberg/Ratingen. Von 1949 bis 1994 standen – mit Unterbrechungen – auf der Naturbühne Blauer See in Ratingen zahlreiche Karl-May-Inszenierungen auf dem Spielplan. Das neue Buch „Karl May auf der Bühne“ aus dem Karl-May-Verlag Bamberg erinnert nun an zahlreiche Theateraufführungen mit Karl Mays Helden wie Winnetou, Old Shatterhand und Sam Hawkens, auch an die Spielstätte in Ratingen, wo viele Jahre die erfolgreichen Karl-May-Festspiele Elspe mit Stars wie Pierre Brice und Claus Wilcke gastierten.

Karl-May-Festspiele in Bad Segeberg und Elspe sind deutschlandweit bekannt, doch Winnetou und Co. standen viele Jahre auch in Ratingen auf der Bühne. Bereits 1949 – und damit einige Jahre vor dem Start in Bad Segeberg und Elspe – hauchte man Karl Mays Helden auf der Naturbühne am Blauen See Leben ein. In dem Stück „Old Shatterhand“ traten damals Akteure wie Bernd Nesselhut (Old Shatterhand) und Fritz Theuring (Old Wabble) auf.

Nach zwei Spielzeiten war zunächst Schluss, doch in den 1960er-Jahren versuchte man es in Ratingen erneut mit Karl May, bevor ab 1974 Gastspiele der Karl-May-Festspiele im sauerländischen Elspe mit Stars wie Pierre Brice und Claus Wilcke für zahlreiche ausverkaufte Vorstellungen sorgten. Die dortige Karl-May-Zeit endete nach der Spielzeit 1994 – seitdem sind Winnetou und Co. am Blauen See Geschichte.

An die abenteuerliche Ratinger Karl-May-Story erinnert nun ein soeben erschienenes Buch aus dem Karl-May-Verlag Bamberg. Mit dem ersten von drei Bänden startet der seit 1913 bestehende Verlag die neue Buchreihe „Karl May auf der Bühne“, die die Geschichte der zahlreichen Theateraufführungen mit Karl Mays Traumwelten aufrollt.

Naturbühne Blauer See in Ratingen 1950 (Copyright: Archiv Karl-May-Verlag)

Bereits seit den 1950er Jahren haben Karl-May-Festspiele von Bad Segeberg bis Elspe Tradition. Hunderttausende pilgern Jahr für Jahr, derzeit unterbrochen durch die Corona-Pandemie, zu mehr als zehn Freilichtbühnen im deutschsprachigen Raum. Stars wie Pierre Brice, Alexander Klaws, Gojko Mitic, Wayne Carpendale oder Claus Wilcke hauchten Karl Mays Figuren in zahlreichen Bühnenfassungen Leben ein.

Winnetou zum Anfassen – das begeisterte das Publikum allerdings schon lange, bevor Karl Mays Apatschenhäuptling erstmals über die Freilichtbühnen ritt. So reicht die Bühnengeschichte zurück bis zu Karl Mays Lebzeiten, und Winnetou und Co. waren bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Dauerbrenner auch an Theaterhäusern – mit Akteuren wie Will Quadflieg, Hans Otto und Paul Klinger, und das quer durch den deutschsprachigen Raum.

Dem Phänomen der zahlreichen Karl-May-Inszenierungen widmet sich nun eine neue Buchreihe aus dem Bamberger Karl-May-Verlag: „Karl May auf der Bühne“ von den Autoren Nicolas Finke und Reinhard Marheinecke. Der erste Band – im Großformat und mit zahlreichen, teils bislang unbekannten Fotos – behandelt unter anderem die Erfolge auf der Felsenbühne Rathen im Elbsandsteingebirge vor und während des Zweiten Weltkriegs, die Story der Karl-May-Spiele Bad Segeberg (seit 1952) und die Geschichte der Karl-May-Stücke auf der Naturbühne Blauer See in Ratingen, wo über Jahrzehnte die Karl-May-Festspiele Elspe gastierten. Die Autoren thematisieren darüber hinaus frühe Winnetou-Dramatisierungen in den 1930er und 1940er Jahren sowie zahlreiche weitere Festspiele, die bis zum Beginn der Karl-May-Filmwelle der 1960er-Jahre entstanden.

Die Veröffentlichung des zweiten und dritten Bandes der neuen Buchreihe zu Winnetous Bühnenpräsenz ist für Ende dieses Jahres sowie für 2022 geplant. Dabei werden auch zahlreiche weitere Inszenierungen behandelt, ob in Ost- und Süddeutschland, Österreich, der Schweiz oder in Tschechien.

Mehr Information unter www.karl-may-auf-der-buehne.de und www.karl-may.de.
Nicolas Finke und Reinhard Marheinecke: „Karl May auf der Bühne“, Band 1
Karl-May-Verlag Bamberg, Radebeul, April 2021, 400 Seiten, Großformat 21,0 x 29,7 cm, ISBN 978-3-7802-0143-0, 49 Euro, Hardcover / laminierter Pappband mit Gold-Veredelung

Szene aus „Winnetou“ (1950) mit „Winnetou“ Krikor Melikyan (rechts) und „Nscho-tschi“ Ruth-Ilse Roskam (Copyright: Archiv Melikyan)

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