Als die Nachfolger Jesu noch Juden waren

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Essen. Professor Markus Tiwald spricht am Donnerstag, 8. Dezember, um 19 Uhr im Seminarraum der Alten Synagoge Essen, Edmund-Körner-Platz 1, zum Thema „Als die Nachfolger Jesu noch Juden waren …“. Der Eintritt ist frei.

Die Logienquelle ist das älteste Zeugnis über Jesus von Nazaret. Während die Evangelien 40 Jahre nach seinem Tod entstanden, datieren die Anfänge dieser Quelle in die Zeit der ersten Jünger und Augenzeugen. Dabei wurden „Aussprüche Jesu“ (griechisch „Logia“) gesammelt, mnemotechnisch aneinandergereiht und zunächst noch mündlich tradiert. Das ursprüngliche galiläisch-jüdische Lokalkolorit blieb hier am ursprünglichsten erhalten: Jesus agiert noch ganz auf der Linie eines alttestamentlichen Propheten, wenn er bedingungsloses Gottvertrauen von seinen Jüngern fordert: Wie „die Vögel des Himmels und die Lilien des Feldes“ sollen seine Jünger den Anbruch der „Gottesherrschaft“ erwarten. So reflektiert zunächst auch die Logienquelle noch keine „christlichen“ Erwartungen, sondern jüdische Erlösungshoffnungen. Erst nachdem der Tempel in Jerusalem zerstört war (70 n. Chr.) drifteten Judentum und das sich langsam verselbständigende Christentum auseinander. Die Logienquelle ging dann überarbeitet in den Evangelien nach Matthäus und Lukas auf – doch eröffnet der rekonstruierte Text einen Blick in die Zeit, als die ersten Jünger Jesu noch Juden waren.

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