A3: Verkehrsbeeinflussungsanlage in Betrieb genommen

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Leverkusen. Die Autobahn GmbH Rheinland informierte jetzt in der Verkehrszentrale Leverkusen die erfolgte Inbetriebnahme der Verkehrsbeeinflussungsanlage auf der A3 zwischen Mettmann und dem Kreuz Breitscheid. Die Leiterin der Verkehrszentrale, Anja Estel, stellte die Zielsetzung und Funktionsweise der Anlage vor.

Ein zentraler Bestandteil der nun aktivierten Technik ist die sogenannte „Temporäre Seitenstreifenfreigabe“. Die seit 2018 bestehende Anlage dieser Art zwischen Hilden und Mettmann wird durch die Inbetriebnahme bis zum Kreuz Ratingen-Ost ausgedehnt. Für tausende Verkehrsteilnehmende täglich ergeben sich durch die Erweiterung spürbare Erleichterungen während der Hauptverkehrszeiten.

Die Autobahn A3 ist eine Magistrale mit herausragender verkehrlicher Bedeutung – weit über Nordrhein-Westfalen hinaus. Sie verbindet nicht nur Rhein und Ruhr mit dem Rhein-Main-Gebiet und Süddeutschland: Als Abschnitt des Rhein-Alpen-Korridors ist die A3 elementarer Bestandteil des transeuropäischen Verkehrsnetzes. Für Alltags-, Reise- und Güterverkehr stellt sie ein unverzichtbares Stück Infrastruktur dar – lokal wie international.

Kaum verwunderlich ist also, dass die A3 auch eine der am stärksten befahrenen Autobahnen Deutschlands ist. Zwischen Oberhausen und Köln verkehren durchgehend teils deutlich über 100.000 Fahrzeuge pro Tag, und insbesondere beim Lastwagenverkehr ist mit einer weiteren Zunahme zu rechnen. Die hohe Zahl an Knotenpunkten übt dabei zusätzlich einen großen Einfluss auf den Verkehrsfluss aus. Schon kleinste Störungen können große Auswirkungen im nordrhein-westfälischen Verkehrsnetz haben.

Großprojekt in drei Bauabschnitten – Düsseldorf profitiert

Der gedankliche Startschuss für eine Verkehrsbeeinflussungsanlage auf der A3 liegt schon eine Weile zurück. „Die ersten Überlegungen gab es bereits Anfang des letzten Jahrzehnts“, bestätigt Anja Estel. Der Einsatz von flexiblen, digitalen Verkehrszeichen zur Harmonisierung des Verkehrsflusses sollte Staus reduzieren und die Verkehrssicherheit erhöhen; die Integration einer Anlage zur temporären Freigabe des Seitenstreifens eine Steigerung der Kapazität in Spitzenzeiten um über 25 Prozent bieten.

Aus den ersten Überlegungen wurden drei Bauabschnitte zwischen Leverkusen und Oberhausen, und aus den Planungen wird nun Stück für Stück Realität: Seit Dezember 2018 ist die neu errichtete Anlage zwischen Hilden und Mettmann bereits in Betrieb – und jetzt sind die Arbeiten des zweiten Bauabschnitts zwischen den Autobahnkreuzen Hilden und Breitscheid vollständig abgeschlossen. Die Investitionen in Höhe von 24,3 Millionen Euro versprechen eine deutliche Verbesserung des Verkehrsflusses auf diesem Teilstück der A3, das speziell für die Anbindung der Landeshauptstadt Düsseldorf von enormer Bedeutung ist.

Intelligente Verkehrsbeeinflussung verbessert Sicherheit und Verkehrsfluss auf der A3

Eine Besonderheit der neuen Anlage gilt es in beiden Fahrtrichtungen zu beachten: Im Bereich der Anschlussstelle Mettmann ist die Freigabe des Seitenstreifens kurzzeitig unterbrochen. Die dortige Überführung der Bundesstraße B7 bot in baulicher Hinsicht keinen Spielraum für den nötigen seitlichen Anbau einer Beschleunigungs- oder Verzögerungsspur.

In der Summe bieten nun über 37 Kilometer Autobahn hinweg 23 neue, digitale Verkehrszeichenbrücken die Möglichkeit, den Verkehr wirksam zu harmonisieren. Insgesamt 21 Kameras mit Schwenk- und Neigetechnik erlauben es den Operatoren in der Verkehrszentrale, den Seitenstreifen auf sichere Befahrbarkeit zu prüfen – nur dann kann eine Freigabe erfolgen. Stolz ist man in Leverkusen auf die acht neuen Nothaltebuchten: „Die Bodenverhältnisse entlang der A3 haben unsere Ingenieure besonders herausgefordert“, so Anja Estel. Umso größer ist die Freude darüber, dass alle Hindernisse überwunden werden konnten. Schließlich soll der Verkehr auf den Autobahnen nicht nur besser fließen, sondern auch sicherer werden und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.