9:19 Stunden Quälerei für einen Traum

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Breitscheid. Der Traum eines jeden Triathleten – einmal im fränkischen Triathlon-Mekka Roth auf der Langdistanz (3800 Meter Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42 Kilometer Laufen) starten – erfüllte sich in diesem Jahr für Friedemann Gobrecht vom TuS Breitscheid. Er gewann einen der begehrten Startplätze. Der Traum dauerte für Gobrecht 9:19 Stunden. Dann kam er als 119. von insgesamt 1500 Athleten ins Ziel.

„Ich wusste zunächst nicht, ob und wie ich das angehen sollte. Für meinen ersten Ironman in Frankfurt 2017 hatte ich mich fast ein ganzes Jahr vorbereitet. Wie sollen da gerade einmal drei Monate Training ausreichen“, gab sich Gobrecht vorab skeptisch. Er beantwortete sich diese Frage selbst in Form eines strukturierten und umfangreichen Trainingsplans und absolvierte bis zu 20 Stunden in der Woche auf dem Rad, im Wasser und auf der Laufstrecke.

Am 12. September war es dann soweit. Morgens um 7 Uhr am Schwimmstart froren die Triathleten bei acht Grad Celsius Lufttemperatur. Auch der Rhein-Main-Donau-Kanal war mit 19 Grad recht frisch. Trotzdem schaffte Gobrecht die Schwimmstrecke in 1:04 Stunden.

Kurz nach Gobrechts Wechsel auf sein Triathlonrad zeigte sich dann auch die Sonne, sodass sich die Athleten wieder aufwärmen konnten. Hier galt es, eine 170 Kilometer lange, hügelige Strecke zu absolvieren. Kurz vor Ende des Radrennens bekam er eine blaue Karte für Windschattenfahren.

„Es war insgesamt wenig los auf der Strecke, ich habe kaum andere Radfahrer gesehen. Kurz vor dem Ziel fuhr ich auf eine Gruppe auf. Genau in diesem Moment kam ein Kampfrichter vorbei und zeigte mit berechtigt eine Karte“, gibt sich Gobrecht selbstkritisch. Einschließlich fünf Minuten Strafzeit kam er nach 4:45 Stunden in die zweite Wechselzone. Vor dem Start auf die Laufstrecke musste er wegen der blauen Karte noch eine Strafrunde laufen. Trotzdem meisterte Gobrecht den Marathon in 3:25 Stunden.

Beim Zieleinlauf im Stadion ließ er sich ordentlich feiern und freute sich über eine hervorragende Gesamtzeit von 9:19 Stunden. Mit dieser Zeit kam Gobrecht auf den 119. Platz der 1500 Starter und wurde 65. in der Wertung zur deutschen Meisterschaft über die Triathlon-Langdistanz.

„Das umfangreiche Training hat sich wirklich gelohnt und ich bin stolz, dass ich alle Zeiten so wie geplant halten konnte“, so Friedemann Gobrecht im Ziel. „Jetzt heißt es erst einmal Beine hochlegen und im nächsten Jahr sportlich etwas zurückzutreten und die Familienzeit genießen.“

Foto: privat

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