Wilde Partys und der Sinn des Lebens

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Essen. Großes Theater gibt es in der neuen Spielzeit am Schauspiel Essen auch wieder auf der kleinen Bühne der Casa: Hier inszeniert zunächst Regisseur Karsten Dahlem „Auerhaus“ nach dem Roman von Bov Bjerg. Die Premiere ist am 6. Oktober ab 19 Uhr in der Casa. Das Stück ist für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet.

Dahlem, der in Essen bereits Hartmut El Kurdis Kinderstück „Angstmän“, „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang Goethe sowie im vergangenen Jahr das Jugendstück „Superhero“ von Anthony McCarten auf die Bühne gebracht hat, hat gemeinsam mit Dramaturgin Judith Heese eine Theaterfassung dieses 2015 erschienenen Bestsellers geschrieben.

Nachdem Frieder (Philipp Noack) versucht hat, sich das Leben zu nehmen, beschließt sein bester Freund Hühner-Höppner (Stefan Migge), ihn unter seine Fittiche zu nehmen, um so einen erneuten Selbstmordversuch Frieders zu verhindern: Kurzerhand beschließen Höppner und dessen engste Freunde, mit ihrem depressiven Mitschüler zusammenzuziehen. Und so wird aus dem leerstehenden Bauernhaus von Frieders verstorbenem Opa das Auerhaus. Eine Zeit kolossaler Freiheit und übergroßer Verantwortung beginnt, in der sich die jüngste und wohl auch einzige WG des Dorfes lebenslange Erinnerungen schafft: Wilde Partys, immerwährende Zaziki-Vorräte, erste Lieben, fragwürdig frisierte Lehrer und die Querelen mit dem Dorfpolizisten Bogatzki wird keiner der Freunde je wieder vergessen.

Der Berliner Autor und Kabarettist Bov Bjerg porträtiert liebevoll und anrührend eine Generation, die ihre eigenen Lebensentwürfe sucht, denn schließlich soll ihr Leben nicht in Ordnern mit der Aufschrift „Birth – School – Work – Death“ abgeheftet werden. „Auerhaus“ ist dabei mehr als eine weitere bewegende Coming of-Age-Geschichte: Bjerg stellt, so humorvoll wie nachdenklich, die Frage aller Fragen – nach dem Sinn des Lebens, dem Warum und Wozu, und erzählt zugleich, wie dicht pure Lebensfreude und Todessehnsucht beieinanderliegen können.

Es spielen Alexey Ekimov, Henriette Hölzel, Stefan Migge, Philipp Noack, Silvia Weiskopf.

Eintrittskarten für 19 Euro gibt es im Vorverkauf, Telefon 0201/81 22-200 oder auf der Internetseite des Schauspiels Essen.

Stefan Migge (Foto: Philip Lethen)

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