Wiener Aktionist Nitsch kommt nach Düsseldorf

Wiener Aktionist Nitsch kommt nach Düsseldorf

Düsseldorf. Am Freitag, 17. März, 19:30 Uhr eröffnet die Düsseldorfer Galerie Geuer und Geuer Art ihre neue Ausstellung „Blut, Mysterien und Malerei“ mit Werken des österreichischen Malers und Aktionskünstlers Hermann Nitsch. Als Skandal- und Blutkünstler weltweit bekannt, ist der heute 78-jährige nicht nur einer der provokantesten Akteure in der Kunst seit den 1960er Jahren, sondern zählt laut Professor Klaus Albrecht Schröder, dem Direktor der Wiener Albertina, „zu den ganz Großen in der Kunstgeschichte“. Jetzt kommt der internationale Topstar gemeinsam mit seiner Frau nach Düsseldorf, um seine Malerei dem Publikum persönlich zu präsentieren.

In den Galerieräumen der Geuer und Geuer Art, Heinrich-Heine-Allee 19, werden vom 17. März bis 21. Mai 2017 über 15, teils großformatige Leinwandarbeiten aus den Jahren 2001 bis 2016 sowie Zeichnungen des mehrfachen documenta-Teilnehmers in musealer Qualität gezeigt; darunter seine berühmten Schütt- und Altarbilder mitsamt Malerhemd und Requisiten.

Die Ausstellung, eigens für die Räumlichkeiten der Düsseldorfer Galerie konzipiert, präsentiert den Meister des Blutes und der roten Farbe erstmals mit Unikaten in gelber, blauer und sogar bunter Farbgebung. Die Auswahl der Werke haben Nitsch und der Galerist Dirk Geuer, die bereits seit zwei Jahren zusammenarbeiten, gemeinsam im Atelier des Künstlers auf Schloss Prinzendorf in Österreich getroffen.

Der 1938 in Wien geborene Hermann Nitsch gehört zu den bedeutendsten Vertretern des Wiener Aktionismus. Er erregte mit seinem umstrittenen Orgien-Mysterien-Theater, einem Blutspektakel als Gesamtkunstwerk aus Musik, Theater und Malerei weltweite Aufmerksamkeit. Seine Aktionen mit Nackten, Tierfleisch und literweise Schweineblut erschütterten die Öffentlichkeit und wurden kontrovers diskutiert. Was provokativ erscheinen mag, findet in den Schriften Friedrich Nietzsches, Antonin Artauds und Sigmund Freud seine Berechtigung und Begründung. Heute hängt seine Kunst in den großen Museen der Welt, zum Beispiel im Museum of Modern Art New York, im Centre Pompidou in Paris und der Tate Britain in London.

Seit über 50 Jahren schreibt Hermann Nitsch Kunstgeschichte und hat mit seinem gesamtkünstlerischen Werk auch die Opern- und Theaterlandschaft geprägt. So hat Nitsch, der als Bühnenbildner und Opernregisseur für die Wiener Staatsoper und das Wiener Burgtheater mehrfach tätig war, den Regisseur Christopher Schlingensief sowie die Künstlerin Marina Abramovic nachhaltig beeinflusst.

Dirk Geuer (links) und Hermann Nitsch (Foto: privat)