Vom „Wilhelm Tell“ zur Tell-Kompanie

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Lintorf. Für den großen Festumzug am Sonntag des Schützenfestes organisiert die Tell-Kompanie Lintorf 1909 seit vielen Jahren einen großen (Wilhelm) und einen kleinen (Walter) Tell als Aushängeschild der Formation. Dieser Brauch soll auf den Namenspatron der Schützenformation, den Schweizer Freiheitskämpfer „Wilhelm Tell“ aufmerksam machen.

Das Tell-Gespann wird jedes Jahr umjubelt und mit Beifall bedacht. Mittlerweile ist es eine begehrte Aufgabe, als Tell am Schützenzug teilzunehmen. Kurz nach Schützenfest beginnt bereits die Suche nach einem großen und kleinen Tell für das kommende Jahr.

Jetzt könnte man denken: „Wie schlimm mag es sein, das niemand den Tell öfter machen möchte?“

Doch tatsächlich ist der Tell eher ein Sprungbrett für eine Schützenkarriere, Für viele ist die Teilnahme am Schützenzug als großer Tell der erste richtige Berührungspunkt mit dem Schützenbrauchtum. Nachdem sie erst einmal mit den Tellanern und den anderen Schützen mehrere Schützentage durchlebt haben, kommen sie schnell zu dem Schluss, dies doch auch dauerhaft machen zu können.

Dem entsprechend kann die Tell-Kompanie dieses Jahr bereits den dritten Wilhelm Tell a.D. in der Formation begrüßen.

In der Tell-Legende lässt der Habsburger Landvogt einen Hut auf eine Stange stecken und befiehlt den einheimischen Untertanen den Hut jedes Mal zu grüßen, wenn sie an diesem vorübergehen. Wilhelm Tell, ein weithin bekannter Armbrustschütze, verweigert den Gruß und der Vogt befiehlt ihm daraufhin einen Apfel vom Kopf seines Sohnes Walter zu schießen. Falls er den Apfel nicht treffe, müsse sein Sohn mit ihm sterben. Tell tut widerstrebend, wie ihm geheißen und trifft den Apfel. Er wird gefragt, wozu er einen zweiten Pfeil bei sich hatte und er antwortet: „Wenn ich mein Kind getroffen hätte, wäre dieser für den Vogt bestimmt gewesen.

Foto: privat

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