Uraufführung gleichzeitig in Düsseldorf und Berlin

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Düsseldorf. Das Düsseldorfer Schauspielhaus und das Berliner Ensemble und bringen in der kommenden Spielzeit 2019/20 Ferdinand von Schirachs neuestes Stück „Gott“ zur Uraufführung. Premiere ist am 25. April 2020 gleichzeitig in Berlin und Düsseldorf, Regie führen Robert Gerloff am Düsseldorfer Schauspielhaus und Oliver Reese am Berliner Ensemble, der auch bereits die Uraufführung von „Terror“ am Schauspiel Frankfurt inszenierte.

„Gott“ ist Ferdinand von Schirachs zweites Theaterstück und handelt vom Tod: Wenn ein Mensch im Deutschland des Jahres 2019 sein Leben selbstbestimmt beenden möchte, stößt er mit diesem Wunsch an die Grenzen der Legalität und der Moral. Ein vor dem biologischen Tod herbeigeführtes oder auch nur herbeigewünschtes Ende des Lebens löst eine Vielzahl von Abwehrreaktionen und Argumenten des Widerspruchs aus und nur in den seltensten Fällen Verständnis und Unterstützung – trotz schwindendem Einfluss der Kirche und progressiven Hospiz- und Sterbehilfebewegungen.

Das Leben selbstbestimmt zu beenden ist eine Provokation für die Welt, die man zu verlassen gedenkt. Die schnelle und rechtlich abgesicherte Lösung heißt nach wie vor: das europäische Ausland. Die seit Jahrzehnten leidenschaftlich und kontrovers geführten Debatten rund um selbstbestimmtes Sterben und Sterbehilfe treffen in das Herz menschlicher Existenz, arbeiten sie sich doch unermüdlich an den Idealen menschlicher Autonomie, Würde und Freiheit ab – und werden diese doch immer wieder im Zuge der Debatten fundamental in Frage gestellt.

Der sprengstoffartigen Kraft dieses Konfliktfeldes liefert sich das neue Theaterexperiment von Ferdinand von Schirach aus. Er stellt sich mit seinem neuen Stück „Gott“ erneut einer brennenden Frage unserer Zeit.

Das Berliner Ensemble wird die Inszenierung mit einem inhaltlich angebundenen Themenschwerpunkt rahmen.

Ferdinand von Schirachs erstes Stück „Terror“ von 2015 gehört zu den erfolgreichsten Theaterstücken der letzten Jahre. Der Jurist und Autor von Schirach setzte sein Publikum einem moralischen Grundsatzkonflikt im Zuge einer Flugzeugentführung aus und lies es schließlich über den Ausgang dieses Konflikts selbst vor Ort im Theatersaal entscheiden. Seit der Spielzeit 2015/16 steht das Stück im Spielplan von 103 Theatern, die ARD verfilmte den Stoff prominent.

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