Über den täglichen Judenhass

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Essen. Ob Hetze im Internet oder Beschimpfungen auf offener Straße – antisemitische Äußerungen sind derzeit in Deutschland keine Seltenheit. Woher das kommt und wie dem begegnet werden kann, das diskutieren am Dienstag, 18. September, ab 20 Uhr im Café Central International des Essener Grillo-Theaters die Autorinnen Sabine Adler und Juna Grossmann sowie WAZ-Kulturchef Jens Dirksen. Die Veranstaltung, die für die Sendereihe „Lesart“ von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet wird, trägt den Titel „Nichts gelernt? – Der tägliche Judenhass in Deutschland“.

Grundlage für das Gespräch, das von Christian Rabhansl moderiert wird, sind zwei Publikationen, die ganz frisch erschienen sind. Sabine Adler zeichnet in ihrem Buch „Weiterleben ohne Wenn und Aber“ (Aufbau-Verlag) die beeindruckende Geschichte der Shoa-Überlebenden Giselle Cycowicz nach. Die Nazis deportierten Cycowicz und ihre Familie 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz. Doch sie überlebte, floh in die USA und baute sich ein neues Leben auf. Erst im Alter von 44 Jahren verwirklichte sie ihren Plan und studierte Psychologie. Mit über 90 praktiziert sie noch immer und kümmert sich als Trauma-Therapeutin um Holocaust-Überlebende und deren Nachkommen in Israel. Autorin Sabine Adler, geboren 1963, war über viele Jahre Osteuropa-Korrespondentin des Deutschlandfunk Kultur und ist heute Chefreporterin des Deutschlandfunks. 2010 wurde sie als Politik-Journalistin des Jahres geehrt.

Das zweite Buch dieses Abends stammt von Juna Grossmann. Die studierte Sonderpädagogin arbeitet in einer NS-Gedenkstätte und beobachtet seit Jahren, wie offene judenfeindliche Angriffe zunehmen, lauter und bedrohlicher werden. In ihrem Buch „Schonzeit vorbei – Über das Leben mit dem täglichen Antisemitismus“ (Droemer) schildert die jüdische Deutsche das Leben unter diesem permanenten Beschuss, berichtet vom Wachsen einer Angst, die sie früher nicht kannte, und davon, wie sie eines Tages merkte, dass sie mittlerweile auf gepackten Koffern lebt, bereit zur Flucht vor dem Hass.

Der Deutschlandfunk Kultur, die Buchhandlung Proust, die Westdeutsche Allgemeine Zeitung und das Schauspiel Essen führen gemeinsam diese Veranstaltung durch. Die Ausstrahlung der Aufzeichnung ist am Samstag, 22. September, von 11:05 bis 12 Uhr auf Deutschlandfunk Kultur.

Der Eintritt kostet acht Euro. Karten gibt es im Vorverkauf im TUP-TicketCenter, Telefon 0201/81 22-200, und in der Buchhandlung Proust, Telefon 0201/ 839 68 40.

Foto: Bettina Straub

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