Spiesratze: Blindensitzung begeistert

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Ratingen. Karneval zum Anfassen. So kann man die erste Ratinger Blindensitzung der KG Grün-Weiß Ratinger Spiesratze 1928, die in enger Zusammenarbeit mit dem Blinden- und Sehbehinderten-Verein Ratingen ins Leben gerufen wurde, im wahrsten Sinne des Wortes beschreiben. Als die Spiesratze pünktlich um 19 Uhr in den Spiegelsaal einmarschierten, bot sich ihnen ein großartiges Bild. Alle Gäste, ob blind oder schwer sehbehindert, waren bunt kostümiert und voller Vorfreude auf das, was an diesem Abend auf dem Programm stand.

Nach der kurzen Begrüßung  aller anwesenden Gäste aus den verschiedenen Blinden- und Sehbehinderten-Vereinen der Region durch den Präsidenten Andreas Becker, folgte als erstes das neue Vereinslied der Gesellschaft, das bei allen Gästen sehr gut ankam und kräftig mitgesungen wurde. Alsdann folgte der Besuch des Ratinger Kinderprinzenpaares, das mit senem Programm richtig Stimmung machte.

Dann kam das, was diese Sitzung so einzigartig machte: Die Blinden und sehbehinderten Gäste kamen nach vorne und schauten sich das Kinderprinzenpaar mit ihrem Gefolge genau an.

Es folgte ein Grußwort in gereimter Form und in Ratinger Platt durch die Vorsitzende des Blinden- und Sehbehinderten-Vereins Ratingen, Marion Höltermann. Sie bedankte sich für die tolle Idee, ein solches Format in Ratingen zu platzieren.

Als dann der nächste Künstler angesagt wurde, stutzten die Gäste ein wenig, denn keiner wusste, wer denn jetzt weitermacht. Er wollte, dass die Gäste mit ihren Händen und Fingern sehen, wer da jetzt kommt, und es hat nicht lange gedauert, bis Heinz Hülshoff erkannt wurde. Anschließend brachte er mit seinen Liedern den Saal zum Beben.

Es folgte Michael Hermes, der dort weitermachte, wo Heinz Hülshoff aufhörte: Er brachte Stimmung in den Saal und es wurde mitgesungen und geschunkelt. Der Besuch des nächsten Künstlers strapazierte dann die Lachmuskeln der Anwesenden extrem. Willibert Pauels, der bergischse Jung, begeisterte mit seinem Vortrag das Publikum. Es wurde viel gelacht, es gab aber auch Momente, da konnte man wirklich eine Stecknadel fallen hören. Das so in einer Rede zu vereinen, können nicht viele Künstler. Die Gäste dankten es ihm, wie auch allen anderen Künstlern, mit donnerndem Applaus.

Und es ging weiter im Programm. Jürgen Hilger, auch bekannt als ehemaliger Düsseldorfer Hoppeditz oder Fimmännchen, kam in den Saal und legte los. Wieder eine Reimrede vom Feinsten. Und als er dann seine Tanzgarde vorstellte, tobte der Saal. Die Gäste hatten nur noch Bilder vor ihrem geistigen Auge und Tränen vom Lachen in den Augen.

Abgerundet wurde dieser schöne Abend mit dem Besuch des Ratinger Prinzenpaares. Dabei waren natürlich auch die Schirmherren vom Ratinger Unternehmernetzwerk und die beiden Vorsitzenden vom Karnevalsausschuss der Stadt Ratingen.

Der Präsident bedankte sich bei allen Mitwirkenden, ohne die diese erste Blindensitzung nicht möglich gewesen wäre, und gab schon den Termin für das nächste Jahr bekannt. Am 7. Februar 2020 findet die nächste Blindensitzung statt.

Foto: privat

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