„Rote Socken“ singen tote Lieder

„Rote Socken“ singen tote Lieder

Essen. Ihren ersten Auftritt hatten die „Roten Socken“ beim großen Grillo-Theaterfest Mitte September. Und weil sich einige Ensemblemitglieder auch weiterhin mit dem Liedgut der DDR auseinandersetzen wollen, gibt es am Sonntag, 17. Dezember, ab 19 Uhr in der Casa des Schauspiels Essen unter der Überschrift „Rote Socken singen tote Lieder“ einen neuen Freischuss zu diesem sehr spannenden Aspekt deutsch-deutscher Kulturgeschichte. Als stimmstarke Formation widmen sich dann die Schauspieler Thomas Büchel, Alexey Ekimov, Henriette Hölzel, Philipp Noack und Sven Seeburg gemeinsam mit den Musikern Ralph Alda und Boris Gurevic den Songs des „anderen Deutschlands“ und sie stellen die Frage nach dem Konflikt zwischen dem Alltag in der DDR und der emotionalen Kraft der Lieder, die bis 1989 fester Bestandteil des Systems jenseits des Eisernen Vorhangs waren.

In der Deutschen Demokratischen Republik war Musik nicht nur Unterhaltung, sondern zugleich auch politische Willensbekundung. „Sag mir wo du stehst?“, diese Frage aus heutiger Perspektive zu beantworten, fällt nicht leicht angesichts von Gefängnissen, in den Regimegegner unter zum Teil unwürdigen Verhältnissen weggesperrt wurden, oder Toten an der innerdeutschen Grenze. Doch im Liedgut der DDR zeigt sich auch ein Glaube an den Fortschritt – „Auferstanden aus Ruinen“ – und ein reales Streben nach einer Utopie: „Denn du hast ja ein Ziel vor den Augen“. Diese Vision einer besseren Zukunft fiel mit dem Ende des Kalten Krieges ebenso wie die Mauer, sie ist aber immer noch bei vielen Menschen in Ost und West tief verwurzelt, ohne jedoch Ausdruck einer kritikfreien Ostalgie zu sein.

Der Eintritt kostet acht Euro. Kartenvorverkauf unter Telefon 0201/81 22-200 oder online unter www.schauspiel-essen.de.

Foto: Diana Küster