Mord als Preis für den Wohlstand

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Essen. In der vergangenen Spielzeit war diese Inszenierung im Essener Grillo-Theater der absolute Renner: Mit einer Platzauslastung von 99 Prozent landete Friedrich Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ in der Regie von Thomas Krupa auf dem ersten Platz beim Publikum. Dürrenmatts tragische Komödie, die messerscharf analysiert, wie viel Moral und Solidarität in einer von Armut und Niedergang bedrohten Zivilgesellschaft noch zählen, darf natürlich auch in der neuen Saison am Schauspiel Essen nicht fehlen: Am Samstag, 20. Oktober, 19:30 Uhr gibt sich die alte Dame im Grillo-Theater erstmals wieder die Ehre.

Und darum geht es in dieser Groteske aus dem Jahr 1956: Das finanziell heruntergewirtschaftete Provinzkaff Güllen erhält prominenten und reichen Besuch. Claire Zachanassian, eine Tochter der Stadt, kehrt nach langer Zeit in ihre Heimat zurück. Sie verspricht der Einwohnerschaft eine Spende von einer Milliarde, wenn sie eine Bedingung erfüllen. Die Güllener müssten ihren Mitbürger Alfred Ill umbringen, mit dem sie noch eine Rechnung offen hat. Ill hatte Claire als 17-Jährige geschwängert, die Vaterschaft jedoch mithilfe bestochener Zeugen erfolgreich abgestritten, woraufhin Claire die Stadt verlassen musste. Nach anfänglicher Empörung über das unmoralische Angebot, scheint nach und nach neuer Wohlstand im maroden Nest einzukehren. Die Leute kaufen plötzlich wieder – teuer und auf Pump. Alfred Ill ahnt, dass es mit der Standfestigkeit seiner Mitbürger nicht weit her ist. Eine Hetzjagd durch die Stadt beginnt.

Neben Ines Krug als Claire Zachanassian spielen Thomas Büchel, Stefan Diekmann, Axel Holst, Henriette Hölzel, Stefan Migge, Philipp Noack, Janina Sachau, Sven Seeburg, Rezo Tschchickwischwili und Silvia Weiskopf.  

Eintrittskarten für 14 bis 29 Euro gibt es im Vorverkauf, Telefon 0201/81 22-200 oder auf der Internetseite des Schauspiels Essen.

Foto: Birgit Hupfeld

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