Mehmet Atila unterstützt Hilfsprojekt in Ghana

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Düsseldorf. Bei Erkrankungen, Verletzungen, Fehlbildungen oder Verbrennungen gehen Betroffene zum Arzt und erhalten eine medizinische Versorgung, die in der Regel von der Krankenkasse übernommen wird. Hierzulande ganz normal, denn das deutsche Gesundheitssystem ist extrem gut aufgebaut. Doch was tun Menschen in Ländern, in denen nicht nur das Gesundheitssystem schlecht ausgebaut ist, sondern bestimmte Behandlungen durch fehlende Fachärzte, Operationsgeräte oder Arzneien gar nicht möglich sind? Mit diesen Engpässen und Herausforderungen sehen sich Helfer in Kumasi in Ghana täglich konfrontiert, wenn es um die Versorgung von Patienten in der Region geht. Um hier bei Eingriffen plastischer und rekonstruktiver Art zu unterstützen, hat der Düsseldorfer Facharzt für ästhetische und plastische Chirurgie, Dr. med. Mehmet Atila, Anfang Oktober im Rahmen der Interplast Mission ehrenamtlich fünf Tage lang Patienten im Komfo Anokye Teaching Hospital in Kumasi behandelt. Mit seinem Wissen unterstützte er den dortigen „Head of Plastic Surgery“, Dr. Oheneba Owuso Danso und dessen Team. „Dr. Danso hat selbst in Deutschland seine Ausbildung gemacht. Wir kennen uns seit vielen Jahren und tauschen unser Know-how aus, um für schwierige Patientenfälle Synergien zu nutzen. Er bat mich um meine Hilfe, da in Kumasi immer mehr Patienten vorstellig wurden, die Danso und sein Team nicht alleine versorgen konnten“, erklärt Dr. Atila und ergänzt: „In den fünf Tagen konnten wir 44 Patienten erfolgreich behandeln. Dies war nur durch das unermüdliche Engagement des gesamten Teams möglich. Jeder Tag war eine neue Herausforderung und unter den Patienten waren viele Kinder.“ Die zu behandelnden Leiden reichten von Verbrennungen über Traumata oder angeborene Fehlbildungen bis zu einer größeren Anzahl von Patienten mit Gewebeveränderungen wie Tumoren.

Während seines Aufenthaltes nahm Dr. Atila unter anderen eine komplizierte Nasenrekonstruktion vor. „Es handelte sich um einen Mann, der seine komplette Nasenscheidewand verloren hatte. Zudem waren beide Nasenlöcher verschlossen, sodass er überhaupt nicht durch die Nase atmen konnte“, erläutert der Facharzt. Bei der Operation musste die Scheidewand vollkommen neu aufgebaut und zudem der Bereich der Nasenlöcher geöffnet und neu modelliert werden. Hierzu gehörte auch die Ausformung des Nasenvorhofes. Bei einem Kind stellte Dr. Atila ein nahezu vollständig fehlendes Ohr wiederher. Hierzu entnahm er Knorpelgewebe am Rippenbogen, um mit dem gewonnenen Gewebe ein neues Ohr zu formen. „Die Arbeit vor Ort war sehr anstrengend, aber die Herzlichkeit und Dankbarkeit der Kinder und auch der Erwachsenen, denen wir helfen konnten, hat mich immer wieder berührt und weiter Kraft gegeben“, so Atila. Trotz der Bemühungen und des Engagements von Ärzten und Pflegern in Kumasi fehlt es an Standards, Material und bei dem 2007 erbauten Krankenhaus besteht trotz guter Infrastruktur ein großer Sanierungsbedarf. Beispielsweise ist Handdesinfektionsmittel in den seltensten Fällen vorhanden. Patienten werden mit einer schäumenden Seife gewaschen. Nur selten kann zur Desinfektion ein wenig alkoholhaltiges Desinfektionsmittel genutzt werden.

Bereits vor der Anreise hatte sich das Team auf bestimmte Patientenfälle geeinigt, die im Vorfeld zwischen Dr. med. Mehmet Atila und Dr. Oheneba Owuso Danso abgestimmt und diskutiert wurden. „Neben diesen feststehenden Patienten untersuchten wir jedoch auch Fälle, die sich erst nach unserer Ankunft in Kumasi im Krankenhaus vorstellten. Unser Aufenthalt schlug große Wellen, es kamen jeden Tag viele Menschen, die unsere Hilfe suchten, und es wurden von Tag zu Tag mehr“, verdeutlicht Dr. Atila den Bedarf an medizinscher und ärztlicher Versorgung in Kumasi. Aufgrund des großen Andrangs konnten nicht alle Hilfesuchenden bei diesem Besuch behandelt werden. „Es fiel mir schwer, dass wir diesmal so viele Menschen ohne Behandlung gehen lassen mussten. Deswegen werde ich alles tun, um auch in Zukunft wieder nach Kumasi zu reisen und weitere Operationen durchzuführen. Die ehrenamtliche Unterstützung ist für Ärzte in diesen Teilen der Welt äußerst wichtig, denn nur so haben sie überhaupt die Möglichkeit, das größtmögliche Feld an Behandlungen und Operationen für ihre Patienten abzudecken.“ Die weitere Nachsorge der operierten Patienten übernehmen Dr. Danso und sein Team und gewährleisten somit weiterhin bestmögliche Versorgung und Sicherheit für den Heilungsverlauf der behandelten Menschen. Dazu steht der „Head of Plastic Surgery“ aus Kumasi stetig mit Dr. Atila zu allen Fällen in Kontakt.

Wer die Interplast Mission finanziell unterstützen möchte, kann eine Spende an Interplast-Germany e. V. leisten:

Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE52550205000008666000
BIC: BFSWDE33MNZ

Weitere Information unter www.medical-inn.de

Foto: Mehmet Atila

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