Mann im Hirschgeweih überrascht

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Ratingen. „Jedes Mal, wenn ich von Eggerscheidt nach Homberg mit dem Rad unterwegs bin, erfreue ich mich an der Skulptur ‚Mann mit Hirschgeweih‘ von Stephan Balkenhol“, schreibt Michael Baaske der Redaktion des Lintorfers. Leider sei die Skulptur nicht zugänglich, sondern nur aus der Ferne zu betrachten.

Der Hirsch, in dessen Geweih sich ein kleiner Mensch befindet, steht auf einer unzugänglichen, weil durch Weidezäune versperrten Wiese. Der Blick wird förmlich in Richtung dieses höchst unspektakulären Hügels gelenkt. Von Zeit zu Zeit wird die Szenerie durch weidendes Vieh belebt. Diese fast schon groteske Kulisse könnte kaum besser Balkenhols Intentionen unterstreichen. Denn zwischen Vertrautheit und Irritation, so möchte der Künstler seine Skulpturen verstanden wissen. Balkenhols Mann im Hirschgeweih kann somit humoristisch oder eben als Irritation verstanden werden.

Stephan Balkenhol gehört zu den wichtigsten Vertretern der zeitgenössischen figurativen Skulptur. In seinen Arbeiten greift er auf Motive wie Tiere, Mischwesen und immer wieder die menschliche Gestalt zurück, die er durch mimische Reduktion, verhaltene Geste und schlichte Bekleidung zu einem neutralen Typus entindividualisiert darstellt. 

Foto: Michael Baaske


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