Manfred Fiene führt durch West

Werbung

Ratingen. Das Museum Ratingen, Grabenstraße 21, eröffnete unter großem Besucherandrang jetzt die neue Ausstellung „entwurf zukunft. Ratingen-West und das Neue Bauen“, die einen Blick auf Ratingen-West damals und heute wirft. Zur Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm. Als nächster Höhepunkt wird am Sonntag, 5. Mai, ein Rundgang durch Ratingen-West angeboten. Von 15 bis 17 Uhr führt dann Manfred Fiene durch den Stadtteil. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Lebhafte Diskussionen, ein Wettbewerb und eine Utopie standen am Anfang des Großsiedlungsprojektes der 1970er Jahre. Seitdem hat sich zwischen den Betonbauten viel getan: Die „Fresh Familee“ erfand den deutschen HipHop im Jugendclub West, Festivals und Kulturprojekte ließen die multikulturelle Einwohnerschaft des Stadtteils enger zusammen rücken. Heute gestalten Schulen, Kindergärten, Clubs, Vereine und Initiativen ihr „West“ mit ihren Ideen und Aktionen.

Die Ausstellung im Museum Ratingen stellt die Konzepte der Stadtplaner von damals vor und fragt, was aus den Visionen der Architekten des Neuen Bauens geworden ist. Sie zeigt das Leben im Stadtteil und richtet den Blick nach vorn mit der Frage, was man heute von „Ratingen-West“ für die aktuellen Forderungen nach urbanem Wohnraum lernen kann.

In den dicht gefüllten Ausstellungsräumen des Museums eröffnete Jochen Kral, Technischer Beigeordnete der Stadt Ratingen, die Sonderausstellung. Danach sprach Professor Thomas Schleper, der LVR-Vertreter im Lenkungskreis „100 jahre bauhaus im westen“. Denn innerhalb eines großen Verbundprojekts laden das Land Nordrhein-Westfalen mit seinem Ministerium für Kultur und Wissenschaft (MKW) und die für die Landschaftliche Kulturpflege zuständigen Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) zu einer landesweiten Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe ein. Mit dabei sind über 40 weitere lokale und regionale Partner wie Museen im Rheinland und in Westfalen, die sich den Reformideen und Wirkungen des Bauhauses widmen. Die Schirmherrschaft hat Isabel Pfeiffer-Poensgen übernommen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Alexandra König, die Leiterin des Museums Ratingen, machte in ihrer Ansprache deutlich, dass sich eine differenzierte Betrachtung von Ratingen-West gerade heute lohne, wo sich wieder die Frage nach der schnellen Realisierung von günstigem Wohnraum stellt. 

Nach dem Eröffnungsakt trafen sich die zahlreichen Gäste, unter denen sich auch Milena Karabaic, die Kulturdezernentin des Landschaftsverbands Rheinland, und Harald Filip, Kulturdezernent der Stadt Ratingen, befanden, zu angeregten Gesprächen in der Ausstellung. Neben den zahlreichen Autoren des begleitenden Katalogs kamen viele Unterstützer der Ausstellung. Besonders hervorzuheben ist auch die Anwesenheit von Markus Lehrmann, Hauptgeschäftsführer der Architektenkammer NRW, und dem Architekten und Fotografen Marcus Schwier, der eigens ein Städteporträt von Ratingen-West schuf.

Foto: Stadt Ratingen

Werbung