Lintorfer setzen ein deutliches Zeichen

Lintorfer setzen ein deutliches Zeichen

Lintorf. Beim interreligiösen Friedensgebet am späten Sonntagnachmittag drängten sich viele Lintorfer in der evangelischen Kirche. Sie wollten ein Zeichen für ein friedliches Miteinander der Menschen im Dorf und gegen Extremismus jeglicher Art setzen. An der Menschenkette und der Kundgebung auf der Speestraße nahmen anschließend nach Schätzungen der Polizei etwa 2000 Menschen teil. Peter Beyer, Bundestagsabgeordneter und Veranstalter der Demonstration, zeigte sich von der großen Teilnahme beeindruckt.

Die Menschenkette, mit der auf die antisemitischen Schmierereien vom vergangenen Sonntag reagiert wurde, wurde mit dem interreligiösen Friedensgebet der beiden christlichen Kirchen in Lintorf eröffnet. Die kleine evangelische Kirche fasste bei weitem nicht die Menge Menschen, die gerne daran teilgenommen hätten.

Foto: Niko Eppner

Nach dem Gebet bildeten die rund 2000 Teilnehmer eine Menschenkette bis zur Bäckerei Steingen. Die Leute standen zum Teil in drei oder vier Reihen hintereinander, hielten leuchtende Kerzen in ihren Händen. Die große Friedenskerze (Foto) ging dabei von Hand zu Hand bis zum Kundgebungsplatz an der Speestraße. Die Stimmung war friedlich, zum Teil sogar fröhlich, auch wenn der Anlass eigentlich kein fröhlicher war.

Bei der Abschlusskundgebung sprachen Bürgermeister Klaus Pesch, Landrat Thomas Hendele, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf Oded Horowitz, AWO-Vorsitzender Max Kompalik für die Lintorfer Vereine, Helga Krumbeck von der Werbegemeinschaft, Schützenchef Andreas Preuß und die beiden Bundestagsabgeordneten Kerstin Griese (SPD) und Peter Beyer (CDU). Sie alle machten deutlich, dass Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft nichts zu suchen haben. Sie freuten sich alle über die überwältigend große Beteiligung der Lintorfer an der Veranstaltung. 

An der Veranstaltung nahmen auch die Landtagsabgeordneten Elisabeth Müller-Witt (SPD) und Stefan Engstfeld (Grüne) teil. Mit besonderem Beifall wurde Herbert Rubinstein, Überlebender des Holocausts, auf der Veranstaltungsbühne von den Lintorfern begrüßt.

Etwa 30 ehrenamtliche Helfer hatten sich vor der Veranstaltung im alten Rathaus getroffen. Andreas Kaufmann erklärte den Helfern, welche Aufgaben sie während der Veranstaltung hätten. Melanie Meyer, Mitarbeiterin im Berliner Büro des Bundestagsabgeordneten Beyer, zeigte sich überrascht: „Wir haben nur 25 Warnwesten für Helfer. Toll, dass  so viele sich gemeldet haben.“