Letzter funktionierender Schmiedekotten in Remscheid

Letzter funktionierender Schmiedekotten in Remscheid

Remscheid. Fast schon geduckt unter dem aufgestauten Teich liegt die kleine Hütte dort, wo zwei Bäche ineinander fließen. Betritt man diese kleine Schmiede, spürt man sofort, unter welchen Bedingungen im Bergischen einst gearbeitet wurde: schattige Tallage, nasse Umgebung und auf der anderen Seite das heiße Schmiedefeuer. Extreme Bedingungen! Heute ist der Steffenshammer in Remscheid der letzte funktionierende Schmiedekotten im Tal, unverändert wie damals, als er Mitte des 18. Jahrhunderts gebaut wurde.

Heute wird hier für Besucher geschmiedet, mit allem, was dazugehört: Wasserrauschen, Metallkrach und heißer Glut. Komplett analog. Die alte Schmiede erzählt darüber hinaus die Geschichte einer Region mit viel Wasser, genaugenommen 570 Kilometer! So viele Bäche und Flüsse gibt es in Wuppertal, Solingen und Remscheid und in der Natur dazwischen. Was macht man damit? Aufstauen, über ein Wasserrad laufen lassen und Schleifsteine und Hammer damit antreiben.

Zumindest hat man das vor mehreren hundert Jahren so gemacht, und damit entstand genau hier die erste Industrieregion auf dem europäischen Festland. Wie Perlen auf der Schnur säumten ab dem späten 14. Jahrhundert diese frühen Werkstätten die Ufer. Das muss eine unglaubliche Geräuschkulisse gewesen sein, denn viele dieser frühen Produktionsstätten waren Hämmer, bei denen Metall auf Metall knallte. Der Boden bebte. Und so ist es manchmal auch heute noch.

Bis 1928 wurden im Steffenshammer Werkzeuge und Kleineisen hergestellt. Vor allem aber wurde Raffinierstahl geschmiedet, ein hochwertiger Werkzeugstahl seiner Zeit, der für echte Qualität aus Remscheid bürgte.

Solche Spuren dieser vergangenen Zeit sind heute noch immer überall in den Tälern des Bergischen zu finden. Man spricht hier von den einst „fleißigsten Bächen“ der Region, denn sie gaben so vielen Produktionsstätten ihre Wasserkraft. Sie liegen alle an gut beschilderten Wanderwegen.

www.steffenshammer.de

Steffenshammer (Foto: K. Malis)