Künstler diskutieren über Gedenkort

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Düsseldorf. Die Kunstkommission Düsseldorf hat im Wettbewerb zur Schaffung eines „Gedenkortes für die Erinnerung und Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt“ alle ausgewählten Künstler in die Landeshauptstadt eingeladen. Gemeinsam wurde eine erste Ortsbegehung zwischen Rheinkniebrücke und Oberkasseler Brücke vorgenommen und über das Projekt diskutiert.

Unter Anleitung des Vorsitzenden Jörg-Thomas Alvermann nutzten die angereisten wie die ortsansässigen Künstler den Tag, um die spezifischen Ortsbedingungen und historischen Hintergründe kennenzulernen. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Kulturdezernenten Hans-Georg Lohe folgte eine Künstlerstadtführung in Deutsch und Englisch über das Plangebiet. Im Schifffahrtsmuseum gab es abschließend die Gelegenheit für sachliche wie auch kritische Fragen. Zudem wurden hierbei auch noch einmal die Anregungen der Bürger aufgegriffen, die während des Infoabends aufgekommen sind.

Nach Einreichung erster Entwürfe tagt das Preisgericht in einer ersten Sitzung am 10. Juli, dabei wird über die Weiterbearbeitung von vier bis fünf Entwürfen entschieden. In einer zweiten Stufe mit Sitzung am 27. November wird aus diesen Entwürfen schließlich der finale Siegentwurf ausgewählt, der dann ab Januar 2020 in die Realisierung geht.

Die teilnehmenden Künstler sind Christoph Brech (München), Coven Berlin (Berlin), Sharon Hayes (New York), Lena Henke (Frankfurt/New York), Flora Hitzing (Düsseldorf), Kerstin Honeit (Berlin), Jonathan Horowitz (New York), Erez Israeli (Tel Aviv/Berlin), Mischa Kuball (Düsseldorf), missing icons (Andrea Knobloch + Ute Vorkoeper, Hamburg), Christian Philipp Müller (Berlin), nbdbkp (Niels Betori Diehl + Barbara K. Prokop, Berlin), Jens Pecho (Köln) und Claus Richter (Köln).

Der Jury gehören unter anderem die Künstler Katharina Sieverding, Via Lewandowsky, Stefan Sous, Johannes Bendzulla, Yesim Akdeniz und Noemi Weber an. Das Wettbewerbsverfahren erfolgt gemäß den Richtlinien der Landeshauptstadt Düsseldorf für Kunst am Bau und im öffentlichen Raum (2017) und in Anlehnung an die Richtlinien für die Durchführung von Planungswettbewerben.

Zur Entstehung der Denkmalidee
Die städtische Kunstkommission wurde im Sommer 2018 vom Kulturausschuss der Landeshauptstadt Düsseldorf beauftragt, einen Wettbewerb für die Realisierung des Erinnerungsortes in Rheinnähe zwischen Rheinkniebrücke und Oberkasseler Brücke durchzuführen. Vorangegangen war bereits ein Werkstatttag im März 2018 in der Mahn- und Gedenkstätte, bei welchem erste Vorstellungen zu einem Gedenkort in der Stadt ausgetauscht wurden. Den zweistufigen Wettbewerb lobt die Kunstkommission in Zusammenarbeit mit dem „Forum Düsseldorfer Lesben-, Schwulen-, Bi- und Trans*-Gruppen“ mit geladenen Kunstschaffenden aus.

Die Gestaltung des Kunstwerks ist grundsätzlich freigestellt. Als Ausloberin ist der Kunstkommission allerdings wichtig, dass die Aspekte von Diskriminierung und Verfolgung einzelner Gruppen integrativ in die künstlerische Betrachtung mit einfließen. Neben dem Gedenken an die Opfer von Intoleranz und Verfolgung soll von dem Kunstwerk auch ein Impuls für die Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt ausgehen.

Das Besondere an der Auslobung ist, dass die Künstler den Standort im oben genannten Areal frei wählen können. Im Wettbewerbsverfahren werden die einzelnen Beiträge dann anonymisiert eingereicht. Der Wettbewerb wird als geladener, zweistufiger, anonymer Wettbewerb durchgeführt. Für die Realisierung der künstlerischen Arbeit stehen 200.000 Euro zur Verfügung.

Die Kunstkommission im Wettbewerb zur Realisierung eines „Gedenkortes für die Erinnerung und Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt“ alle ausgewählten Künstler eingeladen (Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Katja Illner)

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