Jugendtheater-Festival „TheaTrend“ begeistert

Jugendtheater-Festival „TheaTrend“ begeistert

Ratingen. Das Jugendtheater-Festival „TheaTrend“ der Städte Langenfeld, Monheim und Ratingen begeisterte in den vergangenen Tagen mit drei Aufführungen an der Ratinger Martin-Luther-King-Gesamtschule. Dort gastierten drei Theaterensembles. Schüler der achten und neunten Klasse unter der Leitung der Lehrerin Nadja Simon zeigten sich begeistert von den Darbietungen und kürten schließlich das Stück „Out – Gefangen im Netz“ zum Gewinner des Festivals.

18 Mädchen und Jungen des Neigungsfachs „Literatur/Deutsch“ hatten sich an drei Vormittagen die Aufführungen angeschaut. Wie schon vor zwei Jahren konzentrierte sich „TheaTrend“ auch im Jahr 2018 auf das Genre des Klassenzimmertheaters. Damit werden die Produktionen näher an das Publikum geholt, um so eine stärkere Interaktion zwischen Spielenden und Zuschauenden zu erreichen und die Grenzen des reinen Konsumierens von Kulturinhalten zu brechen. Die Schüler fungierten gleichzeitig als Juryklasse. In einem Kurs hatten sie zuvor gemeinsam mit der Theaterpädagogin und Regisseurin Elisabeth Schafheutle aus Langefeld die Kriterien für die Bewertung der Stücke erarbeitet. 

Sascha Hermeth aus Berlin zeigte das Einpersonenstück „Out – Gefangen im Netz“, geschrieben von Knut Winkmann. Darin ging es um die Gefahren des Cybermobbings unter Jugendlichen sowie um Zivilcourage – und das Fehlen derselben. Die Geschichte ist ein Plädoyer an die Zuschauer, sich auch des eigenen Verhaltens im Netz bewusst zu werden.

Das Theater der Jungen Welt aus Leipzig führte das Stück „Besser ich“ auf. In dem interaktiven Klassenzimmerspiel wurden verschiedene gegenwärtige Formen von Selbstoptimierung gemeinsam durchgespielt und die Folgen von Leistungsdruck im Schulalltag aufgezeigt.

Als dritten Beitrag des Theaterfestivals präsentierte das Theater an der Rott aus Eggenfelden das Stück „Meine Schwester An(n)a“. Darin wird die Geschichte von Karin und ihrer Schwester Anna erzählt, die beide von einer Essstörung betroffen sind und diese unterschiedlich erleben. Dramatisch wurde dabei aufgezeigt, wie eine solche Essstörung das Leben der Betroffenen ohne Rücksicht beeinflussen und letztlich zerstören kann.

Die Juryklasse konnte sich nach den Aufführungen zunächst mit den Schauspielern und den Theaterpädagogen der Ensembles über das Erlebte austauschen. Anschließend bewerteten sie im Gespräch mit Elisabeth Schafheutle die einzelnen Stücke mit Blick auf das Thema der Inszenierung, das Schauspiel und auf die Umsetzung des Themas. Im Anschluss an die letzte Darbietung wählten sie dann „Out – Gefangen im Netz“ zum Sieger des TheaTrend-Festivals 2018. Die Schüler fühlten sich vor allem durch das Schauspiel des Darstellers und durch das Thema Cybermobbing angesprochen.

Das siegreiche Stück wird am 17. September in Langenfeld, am 18. September in Monheim und am 19. September in Ratingen jeweils zwei Mal aufgeführt. In Ratingen werden erneut Schüler der Martin-Luther-King-Gesamtschule die beiden Aufführungen erleben können. Die Theaterpädagogin und Produktionsleiterin des Stückes, Franziska Richter, zeigte sich hocherfreut über den Sieg: „Wir freuen uns sehr, dass wir bei TheaTrend gewonnen haben und unsere Inszenierung im September in allen drei Städten erneut präsentieren können.“

Im Jahr 2008 initiierten die Städte Hilden, Langenfeld und Ratingen erstmals das Jugendtheaterfestival TheaTrend. Seitdem findet das Festival alle zwei Jahre in einer der beteiligten Kommunen statt. Im Jahr 2016 kam mit Monheim am Rhein ein neuer Partner hinzu. Hilden musste sich für das Jahr 2018 leider zurückziehen. Mit dem Festival haben es sich die beteiligten Städten zum Ziel gemacht, professionelles Theater für Jugendliche zu fördern, Jugendliche für Theater zu begeistern und ihren Blick für die Kunstform zu schärfen.

Foto: Martin-Luther-King-Gesamtschule