Jüdisches Leben im Osmanischen Reich

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Essen. Am Donnerstag, 16. Mai, referiert Professor Markus Koller von der Ruhr-Universität Bochum in der Alten Synagoge Essen über „Jüdisches Leben im Osmanischen Reich“. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Seminarraum der Alten Synagoge Essen, Edmund-Körner-Platz 1, 45127 Essen. Der Eintritt ist frei.

Das Osmanische Reich gehörte zu den Ländern, in denen jüdische Bevölkerungsgruppen aus der iberischen Halbinsel nach 1492 Zuflucht fanden. Sie trugen dazu bei, dass sich in Städten wie Istanbul, Izmir oder Saloniki ein reichhaltiges jüdisches Leben entwickelte. Außerdem waren jüdische Kaufleute in den osmanischen Fernhandel eingebunden. Der Vortrag wird das Alltagsleben in einzelnen jüdischen Gemeinden beleuchten und dabei die unterschiedlichen Strömungen innerhalb des Judentums im Osmanischen Reich darlegen. Ein wichtiger Aspekt wird auch die vielfältigen Beziehungen mit christlichen und muslimischen Bevölkerungsgruppen darstellen, wie das Beispiel der Mystik zeigen wird. Jüdische und islamische Mystik waren durchaus eng miteinander verbunden. Allerdings lässt sich das Judentum im Osmanischen Reich nur in seinen Beziehungen zu Mitteleuropa besser verstehen, so dass der Vortrag auch die europäische Geschichte zwischen 1348 und 1648/50 eingehend diskutieren wird.

Professor Markus Koller ist in Bayern aufgewachsen und hat in München Geschichte Südosteuropas und des Nahen Ostens sowie Turkologie studiert. Nach seiner Promotion war er in Leipzig wissenschaftlicher Mitarbeiter und habilitierte sich an der Universität München. 2011 wurde er an die Universität Bochum berufen und ist seit Oktober 2018 Prodekan.

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