Johann Peter Melchior in der Mittagspause

Johann Peter Melchior in der Mittagspause

Ratingen. Das Museum, Grabenstraße 21, lädt am Donnerstag, 19. Juli, um 12.30 Uhr zu einer Mittagsführung durch die Dauerausstellung des Porzellankünstlers Johann Peter Melchior ein. Melchior war einer der produktivsten und erfindungsreichsten Porzellanplastiker seiner Zeit. Die halbstündige Führung gibt einen Einblick in das Leben und Werk Melchiors. Die Teilnahme an der Führung kostet 3,50 Euro pro Person. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.  

Der oft als „Goethezeit“ bezeichnete Zeitabschnitt zwischen 1770 und 1830 war eine Epoche der Gegensätze – im Hinblick auf die gesellschaftliche Ordnung als auch in Bezug auf die Künste und Geisteswissenschaften. Im Zentrum dieser Epoche standen Städte wie Weimar und Frankfurt, in denen der Dichter Johann Wolfgang von Goethe lebte und wirkte. Der junge Goethe und der ungefähr gleichaltrige Bildhauer Melchior trafen in Höchst aufeinander und freundeten sich an. Höchst, heute zu Frankfurt eingemeindet, gehörte damals zum Bistum des Mainzer Kurfürsten, der dort die Porzellanmanufaktur eingerichtet hatte, für die Johann Peter Melchor als kurmainzischer Hofbildhauer die Entwürfe machte. Melchior schuf unter anderem eine Porzellanarbeit mit dem Bildnis Goethes, welche im Museum Ratingen zu sehen ist.

Als kurmainzischer Hofbildhauer unter Emmerich Josef von Breidbach-Bürresheim und später an den Manufakturen in Frankenthal und Nymphenburg entwarf Melchior Porzellanskulpturen, an denen die Vielfältigkeit und die Umbrüche der Goethezeit erkennbar werden. Die Allegorie, Kinderbildnisse oder klassizistisch anmutende Büsten Melchiors öffnen nicht nur einen umfassenden Blick auf Leben und Werk Johann Peter Melchiors, sondern gleichermaßen auf die Epoche, in der sie entstanden.