Ines Geipel: Mein Bruder, der Osten und der Hass

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Düsseldorf. Ines Geipel, Autorin und Professorin für Verssprache an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“, ist am Mittwoch, 13. November, 20 Uhr zu Gast in der Zentralbibliothek, Bertha-von-Suttner-Platz 1. Sie stellt ihr Sachbuch „Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass“ vor. Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Im Gespräch mit Katja Schlenker, Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, sucht Geipel nach Gründen für Radikalisierung, Fremdenfeindlichkeit und Hass auf „den Staat“ in Ostdeutschland. Ihr Buch erzählt von den Schweigegeboten nach dem Ende der NS-Zeit, der Geschichtsklitterung der DDR und den politischen Umschreibungen nach der Deutschen Einheit. Verdrängung und Verleugnung prägen die Gesellschaft bis ins Private hinein, wie die Autorin mit der eigenen Familiengeschichte eindrucksvoll erzählt.

Ines Geipel, ehemalige Weltklasse-Sprinterin, floh 1989 nach ihrem Germanistik-Studium aus Jena nach Westdeutschland und studierte in Darmstadt Philosophie und Soziologie. 2000 war sie Nebenklägerin im Prozess gegen die Drahtzieher des DDR-Zwangsdopings. Ihr Buch „Verlorene Spiele“ hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Bundesregierung einen Entschädigungsfonds für DDR-Dopinggeschädigte einrichtete. 2005 gab Ines Geipel ihren Staffelweltrekord zurück, weil er unter unfreiwilliger Einbindung ins DDR-Zwangsdoping zustande gekommen war.

Neben Doping hat Ines Geipel auch vielfach zu anderen gesellschaftlichen Themen wie Amok, der Geschichte des Ostens und auch zu Nachwendethemen publiziert.

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