„Ich mache Deine Kleidung“

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Ratingen. Shanaz Akter (23) arbeitet 13 Stunden täglich, sechs Tage die Woche und näht pro Stunde 100 Kragen an Hemden an. Sie lebt in Bangladesh und hat viele Fragen an die Frauen in Deutschland: „Müsst ihr auch hart arbeiten? Verdient ihr auch so wenig? Ihr müsst herkommen, um zu sehen, was wir hier machen. Ich würde mir frei nehmen und für euch bei mir zu Hause kochen.“

Shanaz ist eine von etwa vier Millionen Textilarbeiterinnen in einer der knapp 5000 Textilfabriken in Bangladesh. Dort begrub 2013 das neunstöckige Fabrikgebäude Rana Plaza beim Einsturz 1138 Menschen, die Mode auch für unseren Kleiderschrank herstellten. Shanaz ist eine der starken Frauen, die sich gegen Löhne unter dem Existenzminimum, gegen Unterdrückung von Gewerkschaften und Gewalt gegen Frauen einsetzen und in der Ausstellung „Ich mache Deine Kleidung – die starken Frauen aus Süd Ost Asien“ mit neun anderen Frauen aus Bangladesh und Kambodscha portraitiert werden. Die Ausstellung wird während der „Fairen Wochen“ und des Frauenkulturherbstes gezeigt.

Eröffnet wird die Ausstellung am Dienstag, 17. September, um 19 Uhr im Medienzentrum, Peter-Brüning-Platz 3, mit einem Vortrag von Birgit Wilde, die selbst viele Jahre auf dem internationalen Markt der Textilindustrie tätig war. „Neben einem praktischen Einblick in die Situation von Frauen in der Textilindustrie werden die Zusammenhänge in der textilen Produktionskette erläutert. Zudem werden konkrete Handlungsoptionen aufgezeigt, wie sich Unternehmen und auch Verbraucherinnen und Verbraucher für menschenwürdigere Arbeitsverhältnisse in der Textilindustrie einsetzen können“, erläutert Gaby Welsch-Schwalfenberg, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ratingen, die für diesen Abend auch für Faire Snacks und einige Beispiele Fairer Mode gesorgt hat.

Das vollständige Programm der „Fairen Wochen Ratingen“ gibt es unter www.fairtrade-ratingen.de oder www.ratingen-nachhaltig.de.

Quelle: Fairtrade Deutschland, Fotograf: Anand Parmar

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