Hintergründe zum Pogrom vom 9. November

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Essen. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, der Reichspogromnacht, brannten die Synagogen im gesamten Deutschen Reich. Sie markiert den Beginn des größten Völkermords in Europa. Hintergründe zum Pogrom liefert Lutz van Dijk am Donnerstag, 24. Oktober, ab 19 Uhr im Seminarraum der Alten Synagoge Essen. Dort hält er einen Vortrag und stellt seinen 60-minütigen Film „Der Attentäter“ über Herschel Grynszpan vor, der 1938 den Legationsrat Ernst vom Rath in der Deutschen Botschaft niedergeschossen und damit den Nazis einen willkommenen Vorwand für die Legitimierung von Übergriffen auf Juden geliefert hatte.

Lutz van Dijk konnte noch mit Zeitzeugen sprechen, die den Attentäter Herschel Grynszpan, der in Hannover aufgewachsen war, gekannt hatten. In seinem Film rekonstruiert er dessen Biographie, Lebensumstände und seine Beweggründe für das Attentat. Dieses nahmen Adolf Hitler und Josef Goebbels zum Anlass, um in der Pogromnacht die Synagogen im Deutschen Reich zerstören zu lassen. Die Nazis eroberten Frankreich, Grynszpan wurde gefasst, doch machte ihm das NS-Regime nie richtig den Prozess.

Grynszpan gab bei Verhören an, Legationsrat Ernst vom Rath aus Homosexuellen-Lokalen in Paris gekannt zu haben. Wollten die Nazis nicht, dass einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde, dass ein deutscher Legationsrat sich in der Pariser Schwulenszene bewegte? Bis heute ist nicht sicher belegt, was aus Grynszpan ab Sommer 1942, dem Zeitpunkt seiner Einlieferung ins KZ Sachsenhausen, wurde und ob er möglicherweise gar die NS-Zeit überlebt hat.

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