Haydns „Schöpfung“ in Johanneskirche

Haydns „Schöpfung“ in Johanneskirche

Lintorf.  Am Sonntag, 19. November, 17 Uhr findet in der Johanneskirche, Am Löken 67, die Aufführung der „Schöpfung“ von Joseph Haydn statt. Mitwirkende sind das Collegium Musicum Ratingen, das Rheinische Orchester Duisburg, der Kirchenchor Cantamus St. Anna und Projektsänger, Jugendchor Junge Stimmen und die Camerata vocalis Duisburg. Solisten sind Sarah Gibson (Sopran), Sookwang Cho (Tenor) und Ricardo Navas Valbuena (Bass). Dirigent ist an diesem Abend Eberhard Dietz. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Hobbymusiker sind in der Regel sehr begeisterungsfähig, was sich auf das Spiel überträgt und sicher auch Zuhörern nicht entgeht, die auf eine musikalische Spannung achten und sich davon mittragen lassen.

Viele Momente im Oratorium „Die Schöpfung“ bieten dafür die Gelegenheit: Der „Urknall“ des ersten gespielten Tones, der langsam verklingt und aus dem dann die musikalische Darstellung des „Chaos“ entsteht, eine musikalische „Ursuppe“, aus der auf Gottes Geheiß das Licht in reinstem C-Dur den Zuhörer blendet, vor dem „der Höllen Geister in des Abgrunds Tiefen hinab fliehen“. Musikalische Lautmalerei zieht sich durch das ganze Stück, in dem die Naturgewalten und alle erschaffenen Geschöpfe ihre musikalischen Chiffren erhalten. Auch die Freude der himmlischen Heerscharen schlägt sich in begeisternden Chören nieder, in denen auch die musikalisch kunstvolle Form der barocken Fuge Eingang findet. Ein Beleg dafür, dass Haydn bei seinen Aufenthalten in London, wo er ein Libretto der Schöpfungsgeschichte geschenkt bekam, intensiv die Tradition Händelscher Oratorien kennenlernte. Baron Gottfried van Swieten, der schon Mozart bewegt hatte, Händels Oratorien „Messias“ und „Das Alexanderfest“ neu zu instrumentieren, schrieb schließlich für Haydn das Libretto zur Schöpfung, das auf John Miltons Epos „Paradise Lost“ zurückgeht.

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