Geschichte einer Duisburger Festkultur

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Duisburg. Das Duisburger Stadtarchiv lädt am Donnerstag, 14. Februar, um 18.15 Uhr zu einem Vortrag von Sebastian Gillner über die Feste und Geselligkeiten in Duisburg von 1815 bis 1933 in die Denkstätte des Stadtarchivs auf dem Kamelplatz 5 ein. Der Eintritt ist frei. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

Öffentliche Feste und Feiern spielen eine wichtige Rolle für die Identität einer Stadtgesellschaft. In Duisburg bestimmte nach 1815 noch der traditionelle kirchliche Festkalender die öffentliche Festkultur, etwa Kirchweih, Osterfest oder auch der Karneval. Diese traditionsreichen Ereignisse gerieten jedoch zunehmend unter den Anpassungsdruck der anbrechenden Moderne. Sie bekamen Konkurrenz aus einer weltlichen Festkultur, die politisch-staatliche Ereignisse in den Mittelpunkt rückte.
Nach der Reichseinigung 1871 gehörten der Kaisergeburtstag und der Sedantag – ein Gedenktag – zu den zentralen Feiertagen. Hatten in der vormodernen Gesellschaft noch alle sozialen Gruppen an einer gemeinsamen Festkultur partizipiert, so fragmentierte sich mit einer zunehmend pluralen Gesellschaft auch das Feierverhalten. Verschiedene soziale Gruppen feierten nun verschiedene Feste, teilweise in sehr bewusster Abgrenzung gegeneinander. Am aggressivsten wurde solche weltanschauliche Konkurrenz wohl in den späten 1920er und frühen 1930er Jahren ausgetragen, worüber auch die Duisburger Festkultur Zeugnis ablegt.

Groß-Hamborner Karnevals-Gesellschaft 1936 (Foto: Stadt Duisburg)

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