Freie Fahrt für Radler – und niemand weiß es

Freie Fahrt für Radler – und niemand weiß es

Lintorf. „Sie wissen, dass Sie gerade etwas Verbotenes tun“, spricht der Polizist die Radfahrerin an. Sie fährt mit ihrem Rad vom Kohlendey zur Speestraße. Das letzte Stück ist Einbahnstraße. Doch seit einigen Monaten nicht mehr für die umweltfreundlichen Radler. Sie dürfen entgegen der Einbahnstraße fahren. Gemerkt haben das noch nicht alle, auch nicht der Polizist.

Als die Radlerin ihn auf das Schild aufmerksam macht, antwortet er: „Oh, das wusste ich noch gar nicht.“ Er gibt noch den freundlichen Rat, sehr vorsichtig in die Speestraße hineinzufahren. Schließlich würde kein Autofahrer damit rechnen, dass jemand aus dem Kohlendey komme.

Das wissen alle Radfahrer, denen in den letzten Wochen und Monaten Autofahrer auf dem kurzen Stück entgegenkommen. „Die schimpfen wie die Rohrspatzen“, erzählt ein Lintorfer seine Begegnungen mit den motorisierten Mitbürgern.




5 thoughts on “Freie Fahrt für Radler – und niemand weiß es

  1. A. Onken

    Ergänzend : Generell sollte in Einbahnstraßen für Radfahrer das fahren in beiden Richtungen erlaubt sein. Warum man das wieder abgeschaft hat ist mir ein Rätsel.
    Was die Polizeipräsens angeht, hat die CDU ja vollmundig Abhilfe durch Neueinstellungen versprochen. Aber wenn die Entwicklung Angesicht der GroKo so weitergeht befürchte ich, wird die Bundeswehr in den Großstädten bald den Verkehr regeln. So wie z.b. derzeit in Paris.

  2. Schröers

    Stellte man früher noch den Pappkameraden in Polizeiuniform hin, der auf neue Reglungen der betreffenden Straße hinwies, spart man sich den heute leider und riskiert einen Unfall….- von Amtswegen!

    Btw. Sollte in Lintorf die Einhaltung der Schilder nicht nur durch die fleißigen Bienchen der Stadt beim ruhenden Verkehr kontrolliert werden, sondern auch der fließende Verkehr durch den lebensechten Uniformierten. Das nicht nur in den eigentlich einschlägig bekannten 30er Zonen, sondern in den fußgängerfreundlichen Spielstraßen, wie z.B. Fritz-Windisch-Straße und dergleichen.

    Können sich zu manchen Tageszeiten die Fußgänger oder die spielenden Kinder nur durch einen Hechtsprung vor dem herannahenden KFZ retten. Dabei handelt es sich nicht nur um die Paketboten, sondern auch um manche Mutti, die ihren Filius mit 40 Km/H zum nächsten Spielpartner kutschiert. Ist dabei gerade mal Schrittgeschwindigkeit erlaubt, die garantiert nicht mit aufheulendem Motor im 3.Gang erreicht wird.

  3. W. Wagner

    Dazu habe ich bereits am 16. Dezember eine „Bürgerkarte“ ausgefüllt, da der aktuelle Zustand für Radfahrer nicht ungefährlich ist, aber leicht zu entschärfen wäre. Die Freigabe an sich ist eine gute Sache.

    Bürgerkarte: „Es geht um die Freigabe der Einbahnstrasse „Am Kohlendey“ für Fahrradfahrer. Diese Freigabe ist leider für Autofahrer – von der Speestrasse kommend – nicht erkennbar. Gründe: Das Zusatzschild „Radverkehr in Gegenrichtung zugelassen“ ist auf der Seite des „Haushaltswarenladen Albrecht“ um 90 Grad verdreht, und somit für Autofahrer nicht sichtbar, und auf der Seite der „Steingens Bäckerei“ fehlt dieses Zusatzschild. Vielleicht wäre auch ein zusätzliches Gefahrenschild „Radfahrer“ (Zeichen 138, StVO) mit diesem Zusatzschild sinnvoll.

  4. Gregor Kleinhans

    Schön für die Fahrradfahrer, aber mal wieder zu kurz gedacht. Auf der Gegenseite müsste ein entsprechendes Schild stehen, das mit Gegenverkehr/Fahrradfahrer zu rechnen ist.

    1. A. Onken

      Genau das. Aber das Problem ist wie so oft, das die Entscheider oftmals weder Ortskenntnis noch den nötigen Weitblick haben. Entschieden wird nach Aktenlage.

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