Fliedner: Woche der Seelischen Gesundheit

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Lintorf/Mülheim an der Ruhr. „Psychische Gesundheit ist eine wichtige Voraussetzung für Teilhabe und Inklusion von Menschen mit geistiger Behinderung“, betont Claudia Gärtner, Leiterin der Forschungsabteilung in der Theodor Fliedner Stiftung. So trifft es sich gut, dass der selbst auferlegte Leitgedanke im 175. Jubiläumsjahr der Stiftung beinah deckungsgleich mit dem der Woche der Seelischen Gesundheit (10. bis 20. Oktober ) ist. „Gemeinsam Perspektiven gestalten“ heißt es im Jahr 2019 und darüber hinaus bei Fliedner, „gemeinsam statt einsam“ in der Woche der Seelischen Gesundheit.

„Menschen mit geistiger Behinderung haben das Recht auf gleichwertige psychiatrische Behandlung“, so Claudia Gärtner. Daher werde vor allem mit dem Fliedner Krankenhaus Lintorf und dem Fliedner-Dorf, ein heilpädagogisches Wohnangebot für Menschen mit geistigen Behinderungen in Mülheim an der Ruhr, an neuen Angeboten und Strukturen gearbeitet. In Lintorf profitieren Menschen mit einer geistigen Behinderung schon jetzt von einer Spezialambulanz.

„Hier behandeln wir alle unterschiedlichen Formen psychischer Erkrankungen unter Berücksichtigung der geistigen Behinderung“, erklärt Maximilian Meessen, Chefarzt am Fliedner Krankenhaus Lintorf. „Durch die Vernetzung beider Professionen, der therapeutischen und heilpädagogischen, konnten wir vieles voneinander lernen.“

Das Angebot besteht bereits seit fünf Jahren und wird auch überregional von Betroffenen und ihren Angehörigen genutzt, 2020 soll es um eine Tagesklinik für Menschen mit geistiger Behinderung und seelischem Leiden ergänzt werden. „Menschen mit einer geistigen Behinderung erleben oft Gewalt, körperlich, seelisch oder auch sexuell mit den dazugehörigen Folgen für die Psyche“, weiß Claudia Gärtner. So könne man ganz unterschiedliche auffallende Verhaltensweisen auf seelisches Leiden zurückführen, die in einer Therapie aufgearbeitet werden können. Ein Ratgeber über die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten und Therapieangebote – auch in leichter Sprache – ist über das Fliedner Krankenhaus Lintorf erhältlich.

Zugleich arbeitet man an einem ganz neuen Angebot: stationsäquivalente psychiatrische Behandlungen. Für Cordelia Siegmund, Pflegedienstleitung am Fliedner Krankenhaus Lintorf, ist die strikte Trennung zwischen ambulanten und stationären Versorgungssektoren unzureichend. 2018 hat der Gesetzgeber jedoch mit der stationsäquivalenten Behandlung die Möglichkeit geschaffen, Betroffene auch in der Häuslichkeit, dem Lebensumfeld oder einer Wohneinrichtung zu behandeln. „Im Sinne des patientenorientierten Ansatzes war dies überfällig“, sagt Cordelia Siegmund. Auch hier werden zunächst mit dem Fliedner-Dorf erste Prozesse und Strukturen erarbeitet. So könne man gezielte, den individuellen Bedarfen der Betroffenen angepasste, therapeutische Angebote machen.

www.krankenhaus.fliedner.de

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