Faire Beschaffung

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Ratingen. „Freiwillig Fair – für eine global verantwortliche Beschaffung in NRW“ – unter diesem Motto stand ein Seminar, zu der das Eine Welt Netz NRW und die Stadt Ratingen eingeladen hatten. Fairtrade-Towns fördern den Fairen Handel auf kommunaler Ebene und wollen somit verstärkt auch den Blick auf die kommunale Beschaffung richten. 

Mit seinen vier „Fairtrade-Towns“ Ratingen, Erkrath, Haan und Monheim am Rhein hat sich die Region Mettmann bereits auf den Weg gemacht, sich für den Fairen Handel zu engagieren. Auch Velbert hat sich um die Auszeichnung beworben, so dass sich  mittlerweile schon die Hälfte der Kreisstädte zu den Zielen des Fairen Handels bekannt haben.

Nach der Auszeichnung als „Fairtrade-Town“ werden in den Kommunen Produkte wie Kaffee bereits aus dem Fairen Handel bezogen. Jedoch kann es auch bei anderen Produkten, die Kommunen benötigen – wie Arbeitskleidung, Pflastersteine oder auch IT – in der Produktionskette zur Verletzung von Arbeits- und Menschenrechten kommen. Rund 50 Milliarden Euro gibt die öffentliche Hand jährlich zur Beschaffung dieser Produkte in NRW aus.

Für die Städte im Kreis Mettmann, die sich bereits als „Fairtrade-Town“ für den Fairen Handel einsetzen, sowie für die, die dieses Engagement noch weiter fördern wollen, bot das Seminar daher die Gelegenheit zu diskutieren, wie Verwaltungen mit einer nachhaltigen Beschaffung ihre Einkaufsmacht nutzen können, um zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei der weltweiten Konsumgüterproduktion beizutragen.

Über die rechtlichen Möglichkeiten des fairen öffentlichen Einkaufs informierte André Siedenberg. „Soziale, arbeits- und menschenrechtliche Beschaffungskriterien in Ausschreibungen sind vergaberechtlich zulässig und möglich“, so der Anwalt für Vergaberecht.

Verschiedene Vereine und staatliche Stellen stehen Kommunen in NRW mit Beratungen und Unterstützungsmöglichkeiten bei der Umsetzung von nachhaltiger Beschaffung zur Seite. So stellte unter anderem Marijke Mulder das Beratungsangebot des Vereins FEMNET aus Bonn vor, welcher sich vor allem auf faire Berufsbekleidung spezialisiert und schon Städte wie Bonn und Köln zu deren Beschaffungspraxis beraten hat. Sie betonte in ihrem Vortrag: „Faire Arbeitskleidung muss nicht teurer sein als konventionell produzierte Kleidung.“

Felicitas Schuldes, Referentin für Faire Beschaffung bei der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW), stellte im Seminar Unterstützungsangebote für Kommunen vor. (Foto: Eine Welt Netz NRW)

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