Erinnerung an Verfolgung homosexueller Duisburger

Erinnerung an Verfolgung homosexueller Duisburger

Duisburg. Anlässlich des „Internationalen Tages gegen Homophobie“ lädt das Zentrum für Erinnerungskultur (ZfE) am Donnerstag, 17. Mai, um 18.15 Uhr ins Stadtarchiv am Karmelplatz 5 in Duisburg-Mitte zu einem biografischen Forschungsbericht ein.Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Im Zentrum der Veranstaltung steht Alfred Ledermann, Sohn eines Eisenbahners aus Duisburg-Bissingheim, der 1939 aufgrund homosexueller Kontakte zunächst ins Gefängnis gesperrt und 1942 in das KZ Sachsenhausen verschleppt wurde. Alfred Ledermann wurde dort Opfer einer gezielten Mordaktion der SS, die auch den 25-jährigen Duisburger Elektriker Werner Bangert das Leben kostete. An Werner Bangert erinnert seit 2012 ein Stolperstein in der Innenstadt am Pulverweg 52. Die Verlegung eines Stolpersteins für Alfred Ledermann ist bereits geplant.

Über die Verfolgung homosexueller Männer und Jugendlicher in der NS-Zeit ist in Duisburg fast nichts bekannt. Jürgen Wenke, der zu verfolgten Homosexuellen im Ruhrgebiet forscht und Melanie Beaufays-Kleiner, die Großnichte von Alfred Ledermann, werden den kurzen Lebensweg des Jugendlichen nachzeichnen. Beide haben diese Geschichte erforscht und stellen ihre Recherchewege- und Ergebnisse mit beeindruckenden Quellen vor.

Polizeifoto von Alfred Ledermann