Eduard-Dietrich-Schule: Fulminante Jubiläumsfeier

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Lintorf. Gleich an zwei Abenden hatte die Eduard-Dietrich-Schule (EDS) Eltern, Schüler, Mitarbeiter, Freunde und Förderer zu einer Jubiläumsveranstaltung ins Ratinger Stadttheater eingeladen. Seit 25 Jahren wird an der EDS nach den Vorstellungen der Pädagogin Maria Montessori unterrichtet. Donnerstag musste die Jubiläumsveranstaltung allerdings wegen eines Stromausfalls im Theater abgebrochen werden und die kleinen Künstler auf ihren wohlverdienten Applaus verzichten. Der Freitagabend verlief jedoch reibungslos und alle Beteiligten gaben erneut ihr Bestes. Fünf Sängerinnen, begleitet von zwei Keybordern, einem Gitaristen und einem Schlagzeuger, vertrieben den Zuschauern die Zeit zwischen Einlass und Programmstart mit einem riesigen Repertoire. 

Schulleiterin Edith Winter musste die kleinen Techniker enttäuschen und ihnen erklären, dass sie noch einmal alle Ansprachen und Grußworte würden hören müssten, bevor es dann an die Zeitreise in die Welt der Maria Montessori ginge. Schulrätin Andrea Terwint fasste sich deshalb auch besonders kurz und stellte allen Gästen eine wunderschöne Vorstellung in Aussicht, die sie sich bis zum Abbruch gestern auch schon angesehen hatte.

Mit Hilfe eines goldenen Perlenstrangs (Montessori-Material für die vier Grundrechenarten) skizzierte Winter die Entwicklung der Montessori-Pädagogik an der Eduard-Dietrich-Schule. Besonders freute sie sich über den Besuch ihrer Vorgängerin Petra Braun-Hammes, die sich 1992 für die Einrichtung einer Montessori-Klasse stark gemacht hatte. Sichtlich bewegt schilderte diese den damaligen Zustand der Schule an der Duisburger Straße. Vier Klassenräume, gestrichen in dunklem Braun mit Tischen, Stühlen, einer Tafel und einem Schrank für Lehrmaterial. Für ihre Schule hatte sie sich aber etwas anderes vorgestellt. Durch ihre Tochter, die in eine Mettmanner Grundschule ging, kannte sie die Pädagogik Maria Montessoris und in Waltraud Brüggemann, Lehrerin an dieser Schule, fand sie eine tatkräftige Mitstreiterin, die im Schuljahr 92/93 dann die erste Montessori-Klasse in Lintorf übernahm. Die meisten Zuhörer wähnten Frau Brüggemann längst in Ruhestand und waren bass erstaunt, als sie erfuhren, dass es sich dabei um die noch immer an der Schule arbeitende Kollegin Holm-Claußen handele. Braun-Hammes wünschte allen Schülern weiterhin viel Spaß am Lernen und gab die Bühne frei für über 100 Schüler, die wochenlang auf diese Vorstellungen hin geprobt hatten.

Ein kleiner Chor, seitlich der Bühne platziert, begleitete Montessoris Lebensstationen mit passendem Gesang in der jeweiligen Landessprache. Die musikalische Untermalung wurde zu großen Teilen von den Schülern selbst gespielt. Die Zeitsprünge verdeutlichte eine riesengroße Uhr mit Jahreszahlen, deren Zeiger einige Schülerinnen auf den jeweiligen Zeitpunkt drehten. Verschiedene Schülerinnen schlüpften in die Rolle Montessoris, erkennbar jeweils am Hut, den die Frauen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts meist trugen und zeigten auf, welche Beobachtungen Montessori gemacht hatte und welchen Einfluss diese auf ihre Pädagogik hatten.

Eine fulminante Vorstellung von Montessoris Lebenslauf und einigen ihrer Leitsprüche und Materialien, die am Ende mit „Standing Ovations“ belohnt wurde. „Es hat sich wirklich gelohnt zu kommen. Eine tolle Leistung“, hörte man von allen Seiten. Im Sinne Montessoris schauen heute alle Künstler auf die Aufführungen der letzten beiden Tage zurück, freuen sich über das selbst Geleistete und die dafür erhaltene Anerkennung. Mit neuem Mut geht es nun an die nächste Aufgabe. Die Projektwoche an der Eduard-Dietrich-Grundschule steht unter dem Motto Gestern-Heute-Morgen. Sie wird am Freitag, 15. Juni, mit einem Schulfest beendet.

 

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